Entspannung auf dem Wohnungsmarkt in Sicht

Ingolstadt (intv) „Wir gehen davon aus, dass sich bis 2018 die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Ingolstadt entspannen wird.“ Das hat heute ein Statistiker des Stadtplanungsamts auf der städtischen Pressekonferenz prognostiziert. Eine gute Nachricht für Ingolstadt, denn diese gewagte Aussage stützt sich auf handfeste Zahlen: Ende 2013 lag der Bauüberhang in der Stadt Ingolstadt bei rund 2.200 Wohnungen, der höchste Stand seit über 20 Jahren. „Das betrifft die Wohnungen, die bereits genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt sind. Wir erwarten Jahr für Jahr über 1.000 neue Wohnungen, das lässt sich ableiten aus der Zahl an Wohnungen, die im Bau sind, zum Teil schon der Rohbau fertig ist und aufgrund der hohen Zahl an erteilten Baugenehmigungen wird dieses hohe Niveau bis mindestens 2016 erhalten bleiben“, schätzt Statistiker Ulrich Kraus vom Stadtplanungsamt.

Einen vergleichbaren Wert gab es lediglich beim Bauboom in den Jahren 1991 und 92. Damals lag die durchschnittliche Wohnfläche bei etwa 34 Quadratmetern, heute leben die Ingolstädter auf gut 42 Quadratmetern Wohnraum. Dieser Trend steht jedoch, laut Kraus, im Gegensatz zur Größe der Haushalte: „Wir hatten in den 60er Jahren im Schnitt über drei Personen, die zusammen in einem Haushalt gelebt haben und die Zahl ist jetzt in Ingolstadt auf genau zwei Personen gesunken und wird wohl noch weiter abnehmen. Wobei im Vergleich zu anderen Gr0ßstädten Ingolstadt keine ausgeprägte „Singel-Stadt“ ist, wie zum Beispiel Regensburg oder München diesen Titel tragen.“

Derzeit zählt die Stadt etwa 63.000 Wohnungen und es werden laufend mehr: An der Nürnbergerstraße beispielsweise ist ein Großbauprojekt der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft, kurz GWG, bereits in der Endphase. Hier werden etwa 130 Wohnungen innerhalb der nächsten drei Wochen bezugsfertig sein. „Bereits dieses Jahr wird mit deutlich mehr Wohnungen zu rechen sein und nächstes Jahr und übernächstes Jahr erreichen wir wirklich eine Spitze an Fertigstellungen. Von unserer Seite her sind wir noch ziemlich angespannt, weil das ein wahnsinnig großes Bauprogramm ist für uns, aber ich denke, der Wohnungsmarkt in Ingolstadt wird sich entspannen“, so auch die Tendenz von Alexander Bendzko, GWG- Abteilungsleiter für Technik.

Das anvisierte Ziel: in den nächsten fünf Jahren will die GWG rund 800 erschwingliche Wohnungen neu auf den Markt bringen. Auch Statistiker Ulrich Kraus rechnet damit, dass das Niveau des Bauüberhangs die nächsten Jahre konstant hoch bleibt und damit auf lange Sicht endlich eine Entspannung auf dem Wohnungssmarkt eintritt.