Entscheidung vertagt: Scherm kann vorerst nicht erweitern

Probfeld (intv) Bereits 2012 wollte die Firma Scherm ihr Gelände in Probfeld bei Karlskron erweitern. Bei einem Bürgerbegehren haben die Karlskroner damals ganz knapp gegen die Pläne des Logistikunternehmens gestimmt. Jetzt steht erneut eine Erweiterung im Raum, doch zu einer Entscheidung ist der Gemeinderat nicht gekommen.

Eigentlich wollten die 17 Gemeinderäte am Montag den Startschuss für die Planung geben. Doch aufgrund zu vieler offener Fragen, haben sie die Entscheidung vertagt.

„Es gibt eine Reihe offener Punkte, die vom Landratsamt an uns bzw. an die Firma Scherm gemeldet worden sind, aus vergangenen Bauleitplanverfahren. Die müssen jetzt abgearbeitet werden, da sind wir uns alle einig. Ohne, dass nicht alles von früher erledigt ist, gibt es auch keinen neuen Satzungsbeschluss.“, erklärt Stefan Kumpf, 1. Bürgermeister von Karlskron.

Die Firma Scherm bedauert das sehr. Auf ihrem Gelände stehen rund 13.000 Autos, quasi zwischengeparkt auf dem Weg vom Autobauern zum Kunden. Das Unternehmen brauche aber dringend mehr Abstellflächen und Platz für Büros, um den Hauptstandort in Probfeld zukunftig zu sichern. Insgesamt 250.000 Quadratmeter.

„Wir wollen uns nicht nur flächenmäßig weiterentwickeln und nicht nur den Geschäftsbereich Fahrzeuglogistik, sondern auch die Hauptverwaltung und Ersatzteillogistik mit den Hallen und den Mitarbeitern dort. Wir würden dann den Pfortenbereich verändern und die Verladung. Den Bereich, in dem starker Verkehr ist, entlasten und somit etwas für die Arbeitssicherheit und die Mitarbeiter tun. Und möchten in Zukunft natürlich auch die Geschäftsbereiche entwickeln können.“, so Scherms Pressesprecher Maximilian Roos.

Und mit dieser Weiterentwicklung befürchten die Anwohner auch mehr Verkehr. Rund 50 Zuschauer waren bei der Gemeinderatssitzung am Montag dabei. Hauptsächlich aus Lichtenau. Durch den Ort fahren täglich viele Lkw zu Scherm. Mit der Erweiterung würde es mehr Verkehr geben, räumt Maximilian Roos ein. Das Unternehmen sei aber bereits dabei ihre Lastwagen zu optimieren und somit den Verkehr zu reduzieren.

„Ein Planungsverfahren dauert mindestens 1 bis 1,5 Jahre. Bis wir uns wirklich weiterentwickeln können, dauert es zwei Jahre und mehr. Wichtig wäre jetzt, dass wir zumindest mit der Planung beginnen können. Was dann in der Planung passiert, läuft in Abstimmung mit den Behörden und Bürgern. Das ist ein offenes und transparentes Verfahren, in dem alle offenen Punkte abgearbeitet werden.“, so Roos weiter.

Bürgermeister Stefan Kumpf würde die Planung heuer noch gerne fix machen. „Da gehts einfach um Flächenverbrauch und Verkehr. Das sind alles Punkte die man kritisch beäugen kann und muss. Das ist auch vollkommen richtig so. Auf der anderen Seite ist Scherm unsere größte Firma und ein wichtiger Faktor für unsere Wirtschaft.“

Schließlich könnten mit der Erweiterung auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Sollte es zu keiner Einigung kommen, muss sich Scherm früher oder später nach einem anderen Standort umschauen. Das Unternehmen möchte aber für seinen Sitz in Probfeld kämpfen und die Bürger genau über seine Pläne informieren. Dafür gibt es eine extra Internetseite: www.probfeld.scherm.com.