Energiewende mal anders

Pfaffenhofen (intv) Pfaffenhofen steht in Sachen Energiewende gut da. Rund 70 Prozent des Stroms besteht aus erneuerbaren Energien, an manchen Tagen wird in der Kreisstadt sogar mehr Strom produziert, als verbraucht wird. Genau diese überschüssige Energie soll in Zukunft vor Ort genutzt werden. Mit Hilfe des deutschlandweit einzigartigen Projekts „Infinity1“, das gestern Abend die Pfaffenhofener Bürgerenergiegenossenschaft vorgestellt hat. Das System ist relativ einfach, die Wirkung groß. Der überschüssige erneuerbare Strom wird durch einen Elektrolyseur geschickt. Daraus entsteht Wasserstoff. Dieser Wasserstoff wird zusammen mit CO2 in einen Bioreaktor gegeben. Dort sorgen Urmikroben dafür, dass aus den beiden Komponenten Wasserstoff und CO2 reinstes Biomethan wird. Das Gas kann sowohl zum Autofahren als auch zum Heizen genutzt werden, aber auch um Strom zu produzieren. Der Vorteil: Biomethan ist sehr lange speicherbar, die Herstellung relativ einfach. Mit dem erzeugten Biomethan können locker 250 Gasautos oder alle Stadtbusse betrieben werden. Das Gasspeicherprojekt könnte bereits 2020 an den Start gehen.