Emotionaler Verhandlungstag

Ingolstadt (intv) Im Totschlags-Prozess um den 19-jährigen Kay Kevin H. hat heute die Mutter des Angeklagten ausgesagt. Sie gab an, dass ihr Sohn seit dem Kindergarten verhaltensauffällig war und viereinhalb Jahre in einem Augsburger Kinderheim verbracht hat. Nach der Schule hat er eine Ausbildung begonnen – ab diesem Zeitpunkt habe sich Kay Kevin H. stark verändert, sei immer träger geworden und morgens nur schwer aus dem Bett gekommen. Erst im Nachhinein habe sich bei ihr der Verdacht erhärtet, dass Kay Kevin H. ein Alkoholproblem haben könnte. Sie sei mit ihrem Sohn „von Pontius zu Pilatus“ gelaufen, um ihm zu helfen – doch von Ärzten habe sie keine Unterstützung erfahren. Nach diversen Vorfällen – dabei habe Kay Kevin K. seine Mutter im Rausch auch mit einem Teppichmesser verletzt – habe sie einen Schlussstrich gezogen und ihn aus dem Haus geworfen. Einige Monate später hat sie von der mutmaßlichen Tat ihres Sohnes erfahren. Heute beteuerte die Mutter zweier weiterer Kinder unter Tränen, dass sie ihren Sohn über alles liebe und sich die passende Hilfe für ihn wünsche. Die Verhandlung wird am Montag fortgesetzt, dann sollen auch die Plädoyers gehalten werden.