Elfjähriger Rüde Max versteht die Welt nicht mehr

Pfaffenhofen (intv) Aufgrund einer schweren Erkrankung des Herrchens, musste sein Besitzer den reinrassigen Hovawart schweren Herzens in die Tierherberge Pfaffenhofen geben. Dort weint er, so die Tierpfleger, jede Nacht. Manchmal jault er herzzerreissend, erzählt Pflegerin Manuela Braunmüller, Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins Pfaffenhofen. Seit Max ein Welpe ist, hat er bei seinem Herrchen gelebt. Um den Rüden von seiner Trauer abzulenken, bekommt Max hier in der Tierherberge viel Aufmerksamkeit, Spiel- und Streicheleinheiten. Ein festes Zuhause wäre natürlich noch besser:

„Hovawart setzt sich aus zwei altdeutschen Wörtern zusammen, soviel ich weiß, Hof und Wart, also ein reiner Beschütz- und Hütehund. Er wünscht sich eine Familie, die er dann auch wieder beschützen kann. Katzen hat er nicht so gern, es sollten nach Möglichkeit auch keine anderen Hunde da sein, Max versteht sich im Grunde mit Artgenossen, aber wir gehen davon aus, dass er sein Leben lang als Einzelhund gehalten wurde, dass es für ihn mit seinen elf Jahren schwierig ist, sich einem zweiten Hund unterzuordnen“, so Braunmüller.

Der anhängliche Kuschelbär bringt stolze 50 Kilo auf die Waage, und ist konditionell aufgrund seines leichten Übergewichts schnell außer Atem. Mit seinen elf Jahren eben nicht mehr das jüngste Semester, aber für gemächliche Sparziergänge stets zu begeistern.

Ältere Vierbeiner sind in der Tierherberge längst keine Seltenheit mehr: Ähnliches Schicksal hat auch den Fundkater Herbert ereilt. Er ist etwa acht Jahre alt, verträgt sich mit anderen Katzen. Der Freigänger ist gerne an der frischen Luft, allerdings auch sehr schmusebedürftig. Die Vermittlung ist auch bei ihm durch das Alter erschwert. „Das ist leider ein trauriger Trend, dass immer mehr ältere Tiere bei uns abgegeben werden. Teilweise liegt es an den Besitzern, dass sie sich aus alters- oder gesundheitlichen Gründen nicht mehr um das Tier kümmern können. Teilweise bin ich mir aber auch sicher, obwohl das nicht offen ausgesprochen wird, dass es daran liegt, dass die Leute bei einem älteren Tier die Lust verlieren oder Angst haben, dass es krank wird und höhere Kosten verursacht.“

Trotz seines gesetzten Alters besteht für Max durchaus Hoffnung. Selbst der Zuchtverein, von dem er stammt, wird nun tätig und macht seine Geschichte publik. Zuletzt gab es sogar schon erste Anfragen, ein Happy End für Max könnte also in greifbare Nähe rücken.