Einsparungen am Limit: Klinikum schlägt Alarm

Ingolstadt (intv) Jedes zweite Krankenhaus in Deutschland schreibt rote Zahlen. Dem „Krankenhaus Rating Report“ zufolge steht jedes zehnte Krankenhaus vor dem Aus. Einsparungen sind daher an der Tagesordnung. Auch die Krankenkassen sehen in den Krankenhäusern, welche die teuersten Bereiche der Patientenversorgung sind, Einsparpotential. So werden Patienten zum Beispiel immer schneller entlassen.

Die Verweildauer der Patienten, Einsparungen im Personalbereich, bei den Energiekosten und Einkäufen. Diese großen Sparpunkte reichen aber schon lange nicht mehr aus. Auch in kleineren Bereichen, wie zum Beispiel bei Servicezeiten, Vorhaltezeiten am Wochenende und in der Nacht sowie an Verbandsstoffen wird gespart.

Auch das Personal leidet unter den Einsparungen. Die Patientenzahlen und Notaufnahmen steigen. Immer mehr Arbeit muss von der gleichen Anzahl an Mitarbeitern erledigt werden, was diese „auf Dauer nicht durchhalten können“, so Klinikum-Geschäftsführer Heribert Fastenmeier.

Eine Spezialklinik – wie zum Beispiel eine rein orthopädische Klinik – weiß, wann ihre Patienten kommen, wann sie operiert werden und wann sie wieder gehen. Sie benötigt so kaum Vorhalt und kann ihre Finanzen gut einteilen. Eine Kommunale Großklinik wie in Ingolstadt muss jeden Patienten jederzeit aufnehmen. Sechzig Prozent davon sind nicht kalkulierbar. Fastenmeier wünscht sich deshalb, dass echte Daseinsvorsorge von den Kassen mitfinanziert wird.

Und eines ist im Hinblick auf die Einsparmaßnahmen klar: die Qualität der medizinischen Versorgung der Patienten darf davon nicht betroffen sein.