Einigung: IG Metall Ingolstadt zufrieden mit Tarifverhandlungen

Ingolstadt (intv) Im Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeber in der Nacht geeinigt. Die Mitarbeiter können sich jetzt unter anderem über gut 4 Prozent mehr Lohn und eine mögliche Arbeitszeitverkürzung auf 28 Stunden pro Woche freuen. Die Einigung in Stuttgart gilt als Pilotabschluss für alle Bundesländer. Der Geschäftsführer der IG Metall Ingolstadt Johann Horn saß mit am Verhandlungstisch.

Das war eine harte Tarifrunde mit heftigen Warnstreikwellen, findet auch Horn. Deren Höhepunkt: Der 24 Stunden Streik vergangenen Freitag in der Automobilbranche. Auch in Ingolstadt legten über 30 000 Audianer und Zulieferer ihre Arbeit nieder. Die 6. Verhandlungsrunde in Stuttgart dauerte bis tief in die Nacht.

Der Geschäftsführer der IG Metall in Ingolstadt ist stolz auf alle Streik-Beteiligten. Ohne deren Mut und Herzblut hätte es kaum dieses Ergebnis gegeben. Zum einen gibt es ab März 4,3 Prozent mehr Lohn. Für Johann Horn ein fairer Anteil an der guten wirtschaftlichen Lage der Metall- und Elektroindustrie. Im kommenden Jahr erhalten die Arbeitnehmer zudem ein tarifliches Zusatzgeld von 27,5 Prozent eines Monatseinkommens sowie einen Festbetrag in Höhe von 400 Euro.

Beim Thema Arbeitszeit forderte die IG Metall mehr Mitbestimmungsrecht für Arbeitnehmer, das haben sie am Ende auch bekommen. Alle Vollzeit-Beschäftigten haben ab 2019 einen individuellen Anspruch auf eine verkürzte Vollzeit von bis zu 28 Wochenstunden für maximal zwei Jahre. Beschäftigte mit familiären Verpflichtungen oder beruflichen Belastungen wie Schichtarbeit können außerdem das neue tarifliche Zusatzgeld in freie Tage umwandeln. Die Arbeitgeber können nach den neuen Regelungen dafür deutlich mehr Arbeitnehmer mit einem 40-Stunden-Vertrag beschäftigen als bisher.

Am Mittwoch setzt sich die die bayerische IG Metall zusammen, um zu beraten, ob und in welcher Form der Vertrag aus dem Nachbarbundesland angenommen wird. Am Donnerstag wir dann auch in Bayern verhandelt. Johann Horn erwartet schon den ein oder anderen Streitpunkt, ist sich aber sicher, dass der Vertrag aus Baden-Württemberg in Bayern komplett übernommen wird.