Eine trockene Angelegeheit

Schrobenhausen (intv) Die Sommerhitze macht den Biobauern zu schaffen. Trockene Wiesen bedeutet weniger Futter. Wegen Futterknappheit mussten in Deutschland schon Tiere notgeschlachtet werden.

Grün ist eindeutig im Hintertreffen. Die Rinder von Biobauer Max Kainz aus Schrobenhausen liegen auf einer vertrockneten Weide. Das ist aber nicht so schlimm, sagt der Landwirt. Er hat genug Futter für seine Rinder. Dennoch muss er schon Anfang August auf seine Wintervorräte zurückgreifen. Das Grünfutter ist alle. Aber auch das ist für den Landwirt nicht besonders schlimm.

Andere hat es da härter getroffen. Biobauern dürfen nicht einfach zufüttern wie konventionelle Bauern. Auf manchen Biohöfen in Deutschland wurden deshalb die Futtervorräte bereits knapp. Notschlachtungen waren die Folge. Auch Bauer Kainz hat diese Woche schon Tiere zum Schlachter gebracht. Früher also sonst. Mit mehr Futter im Vorrat hätte er die Rinder noch zwei drei Wochen länger gemästet. „Das ist für uns aber noch im Bereich dessen, was zum normalen Management gehört.“, erklärt der Biobauer.

Auf den Feldern von Bauer Kainz sieht es weniger gut aus. Der Alexandrinerklee sollte eigentlich schon dreimal so hoch gewachsen sein, wie er jetzt ist. Das gibt für den Herbst auch weniger Futter als sonst.

Mehr Sorgen bereiten dem Bauern aber die Frühjahrskulturen auf dem Acker. Der Blick auf das Sojabohnenfeld im Moment ein Trauerspiel. Die Sojabohnen werden jetzt schon gelb, obwohl sie das erst Ende September sein sollten. „Nur an Stellen, wo die Böden etwas besser sind, wo der Anschluss an tiefere Wasserschichten da ist, da sind sie noch grün und können sich auch erholen, wenn es bald regnet.“, so Kainz. Die Folgen: große Ernteausfälle. „Ich denke, wir werden nicht die Hälfte des Ertrages haben, den wir uns eigentlich vorgestellt haben.“

Von staatlichen Hilfegeldern hält Bauer Kainz dennoch nicht viel. Das gehöre nunmal dazu zur Landwirtschaft, das Spiel mit dem Wetter. Er will aus dem heißen Sommer lernen. Den Boden bearbeiten, damit er in Zukunft mehr Wasser aufnehmen kann. Ein langwiriger Prozess. Dazu andere Kulturen anbauen, die Hitze besser aushalten. Wobei selbst vermeintliche Sonnenabeter wie Sonnenblumen in diesen Tagen kapitulieren.