Eine Mischung aus Handball und Rugby: beim Quidditch geht es richtig zur Sache

Pfaffenhofen (intv) Beim Namen „Quidditch“ denken die meisten wohl sofort an die magische Welt von Harry Potter. Wer im echten Leben mit einem Besen zwischen den Beinen über das Spielfeld rennt, der wird oft belächelt. Dabei geht es beim Quidditch ordentlich zur Sache.

Jedes Team schickt sieben Spieler aufs Feld. Da gibt es die Jäger, die ihren Ball durch einen der drei Ringe werfen müssen. Pro Tor gibt es 10 Punkte. Der Hüter verteidigt die Ringe. Zu guter Letzt sind da noch zwei Treiber, oder Beater genannt. Sie müssen die gegnerischen Spieler mit wieder anderen Bällen abwerfen.

„Wir haben Strategien. Die gehen eigentlich immer von den Beatern aus. Das heißt die Beater gehen ja mit ihren Bludgern nach vorne in der Offense und die sagen an was wir machen. Wenn sie zwei Bälle haben, ist es für uns sehr einfach, die Gegner rauszunehmen. Und danach richten sich dann die Chaser. Wenn wir nur einen Bludger haben, dann versuchen wir die Bludgercontroll, also beide Bludger wieder zurückzuerobern und dann müssen die Chaser langsamer spielen und den Beatern ein bisschen Zeit lassen.“, erklärt Maya Wheldon, Coach der Münchner Wolpertinger.

Eine Art Völkerball für Fortgeschrittene sozusagen. Am Wochenende waren aber die Profis dran. 32 Teams haben sich in Pfaffenhofen beim European Quidditch Cup gemessen. „In den USA gibt’s das seit 11,12 Jahren. Es hat ein bisschen gedauert bis es zu uns gekommen ist. In Großbritannien gib es den Sport seit 6 Jahren, in Deutschland seit ungefähr drei. Passau war eines der ersten Teams in Deutschland. Mittlerweile gibt es über 40. Und in ganz Europa gibt es um die 250 Teams.“, beschreibt Felix Linsmeier von Quidditch Europe.

Bei der Europameisterschaft waren vier Teams aus Deutschland mit dabei. Unter anderem das Team der Pfaffenhofnerin Maya Wheldon, die Münchner Wolpertinger. Sie sicherten sich am Ende überraschend und überglücklich den achten Platz und waren somit das beste deutsche Team. Den Europameister-Titel holte sich der Topfavorit aus Paris. Beim Finalspiel waren auch über 2.000 Zuschauer dabei. Die Magie des Sports steckt eben an und wer weiß, vielleicht hat Pfaffenhofen schon bald ein eigenes Quidditch-Team.