Einblicke: CSU-Politiker Emilia Müller und Thomas Kreuzer besuchen Transitzentrum Manching

Manching (intv) Das Transitzentrum Manching-Ingolstadt ist umstritten, immer wieder gibt es dort Konflikte und Polizeieinsätze. Freitag Vormittag haben sich CSU-Fraktionsvorsitzender Thomas Kreuzer sowie Sozialministerin Emilia Müller ein Bild von der Einrichtung gemacht.

Trotz klirrender Kälte einen auf Schönwettermachen – das war heute wohl die Mission von Emilia Müller und Thomas Kreuzer. Das Medieninteresse war groß, keine Frage – denn die Presse ist auf dem Gelände in der Regel nicht gerne gesehen. Im Transitzentrum sind momentan gut 1.000 Asylbewerber aus der Ukraine, Nigeria oder Afghanistan untergebracht, also Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern, meist ohne Bleibeperspektive. Ähnliche Einrichtungen wie in Manching gibt es in Bayern in Regensburg, Deggendorf und Bamberg.

CSU-Fraktionsvorsitzender Thomas Kreuzer erklärt:
„Es geht einfach darum, dass Menschen die keine Bleibeperspektive haben, aus sicheren Herkunftsländern kommen, nicht mehr in die Kommunen verteilt werden, damit kein falscher Eindruck entsteht, wir entlasten damit die Kommunen und geben ein klares Signal an die Herkunftsländer, dass es keinen Sinn macht, hier herzukommen, wenn es kein Bleiberecht gibt.“

Erste Station des Rundgangs: Ein „Spielzimmer“ für Kinder und Eltern, anchließend ein kleiner Einblick in die Küche und ein Besuch im Deutschkurs. Auf den ersten Blick alles in bester Ordnung. Angespannte Stimmung? Fehlanzeige. Mangelhafte Betreuung? Fehlanzeige. Lediglich die Zimmer geben einen kleinen Einblick in das triste, perspektivlose Leben der Flüchtlinge. Eben eine Bleibe auf Zeit.

Thomas Kreutzer meinte dazu:
„Das ist ungefähr so, als ich bei der Bundeswehr war, es sind gleich viele Zimmer und gleich viele Betten, wir entscheiden ja innerhalb von sechs Wochen und ich denke es ist durchaus in Ordung, die Menschen hier so unterzubringen, mit Kantine, ensprechenden Behörden, mit Schule, Kindergarten, man darf hier keine überzogenen Anforderungen stellen.“

Sechs Wochen – wohl eher Wunschdenken, meist sind es mehrere Monate. Eine lange Zeit für die ca. 70 Schwangeren und 80 Frauen mit kleinen Kindern, oft traumatisiert und auf engstem Raum untergebracht. Für Sozialministerin Müller ist das Transitzentrum Manching-Ingolstadt aber dennoch ein Vorzeigemodell. Und obwohl die beiden Abgeordneten heute der Kritik ausgewichen sind, bleibt am Ende des Besuchs vor allem eins: Ein bitterer Nachgeschmack.