Ein Vorbild gelungener Integration: 30 Jahre Patenschaft der Stadt Ingolstadt über die Banater Schwaben

Ingolstadt (intv) Integration von Flüchtlingen ist das entscheidende Thema der nächsten Jahre – für Deutschland, für Bayern, nicht zuletzt für Städte wie Ingolstadt. Wie so etwas für beide Parteien sogar als Bereicherung ausgehen kann, zeigt die Patenschaft der Stadt Ingolstadt über die Banater Schwaben in Bayern. Die gelungene Integration feierten Ingolstädter und Banater Schwaben beim 30 jährigen Jubiläum der Patenschaft am Samstag Abend (18.11.2017) mit einem symbolträchtigen Geschenk im Klenzepark.

Als Zeichen der Anerkennung heißt die Hauptader des Klenzeparks nun offiziell Banater Weg. Ein symbolträchtiger Name, denn der geschichtliche Weg den die Banatdeutschen hinter sich haben, war kein einfacher. Das Banat liegt heute im Dreiländereck Rumänien, Ungarn und Serbien. Vor 300 Jahren wurden auf Geheiß der Habsburger deutsche Siedler in den sogenannten schwabenzügen angesiedelt. Vorallem gegen Ende des zweiten Weltkriegs hatten die Auswanderer mit Flucht, Vertreibung, Enteignung und Zwangsarbeit zu kämpfen. Zuflucht und Arbeit lockte sie vor 70 Jahren nach Bayern. Heute leben rund 5000 Banater Schwaben in Ingolstadt. Sie verstehen sich als Teil des Ganzen, als waschechte Schanzer. Eine gelungene Integration. Ingolstadts dritter Bürgermeister Sepp Misslbeck (UDI) kann das aus eigener Erfahrung bestätigen, denn bei ihm sind Banatdeutsche im Familienbetrieb groß geworden, wobei ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden sei, dass noch heute spürbar sei.

Offenheit für Neues ist eine wichtige Eigenschaft, die beide Bevölkerungsgruppen haben müssen. Das meint auch Peter-Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft. Für ihn spielt außerdem eine gute Gesetzgebung eine wichtige Rolle. Seine Landsleute wurden alle geich eingebürgert und haben dementsprechend auch gleich arbeiten können und wollen und konnten sich in Ingolstadt dadurch etwas aufbauen. Das seien gute Voraussetzungen gewesen, gleich heimisch in Ingolstadt zu werden.

Auch wenn die Tracht doch ein bisschen anders aussieht, kommt im Fall der Banater Schwaben erleichternd dazu, dass sie die gleiche Sprache sprechen und sich die Bräuche kaum zu denen der Ingolstädter unterscheiden. Große Hürden, die die Flüchtlinge, die derzeit in Ingolstadt auf Integration hoffen, erst nehmen müssen.