Ein Leben in Armut und Demut: 175 Jahre Elisabethinerinnen

Neuburg a.d. Donau (intv) Seit 175 Jahren gibt es die Elisabethinerinnen in Neuburg an der Donau. Drei Ordensschwestern aus Straubing hatten sich 1840 auf den Weg gemacht und hier in Neuburg ein Konvent gegründet. Heute Vormittag war für die Schwestern Zeit inne zu halten und zurückzublicken, aber auch Zeit, ein bisschen zu feiern. Zum Festakt erschien neben der Generaloberin auch die oberste Frau im Landtag. Denn Barbara Stamm ist den Elisabethinerinnen eng verbunden. Ein Leben im Kloster wäre für Sie selbst allerdings keine Option, verrät sie uns: „Diese Frage hat sich für mich immer gestellt, aber ich konnte sie immer verneinen. Das wäre nichts für mich, vor allem das Gelübde des Gehorsams, damit würde ich mich schwer tun“, verrät Stamm lachend gegenüber intv.

Die Kranken und Alten allzeit mit Liebe pflegen – die Elisabethinerinnen nehmen ihre Patronin, die Heilige Elisabeth von Thüringen, beim Wort. 1961 wurde die Kinderklinik mit 240 Betten eingeweiht. 1980 Übernahm der Orden die Trägerschaft des Krankenhauses Neuburg. „Neben dem Aspekt des stationären Krankenhausversorgers gibt es noch viele andere Berührungspunkte mit dem Landkreis. Zum Beispiel im Bereich der Geriatrie oder der Beschulung verschiedener Krankenhausklassen, wie in der Kinderklinik. Die werden wiederum von unserem Sonderpädagogischen Förderzentrum betreut“, zeichnet Landrat Roland Weigert die enge Verzahnung der Ordensschwestern mit dem Landkreis nach.

War ihre Zahl zwischenzeitlich schon auf über 120 angewachsen, sind es heute nur noch gut 25 Ordensfrauen – der Nachwuchs fehlt. Ein Leben in Armut und Demut ist eben nicht jedermanns Sache. In naher Zukunft steht ihnen ein weiterer Umbruch bevor. Sie wollen sich als Träger der Kliniken St. Elisabeth zurückziehen. „Unser Durchschnittsalter liegt bei 76,6 Jahren. Wir fühlen uns nicht mehr in der Lage die Trägerschaft weiterzuführen. Es tut uns Leid, aber der Nachwuchsmangel zwingt dazu“, resümiert Generaloberin Maria Goretti Böck.

Der Kranken- und Altenpflege sind sie allerdings weiterhin verbunden. Eine kleine Pflegeeinrichtung mit 13 Plätzen bleibt Bestandteil des Klosters. Ihre Zeit wollen Sie dann mehr dem Gebet und ihren Mitschwestern widmen.