Ein Herz für die tolle Knolle: Kartoffelernte läuft auf Hochtouren

Brunnen (intv) Der Bayerische Bauernverband ist besorgt: Das heiße und trockene Sommerwetter im Juli und August hat den Kartoffelpflanzen arg zu schaffen gemacht. Große Ernteeinbußen wurden befürchtet. Mittlerweile läuft die Ernte überall auf Hochtouren. Auch im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, denn der ist das größte Kartoffel-Anbaugebiet Bayerns.

Auf dem Hof von Norbert und Brigitte Ziegler in Kaltenthal geht es seit zwei Wochen rund. „Wir sind ein kleiner Familienbetrieb und bauen rund 45 Hektar Kartoffeln an“, sagt der Landwirt, der zugleich Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Qualitätskartoffeln ist. Sohn Robert steuert täglich von morgens bis abends den Vollernter übers Feld – einen Bunkerroder der Marke Grimme mit 5,5 Tonnen Fassungsvermögen. „Es ist der größte einreihige Ernter dieser Bauart“, so Robert Ziegler. Das neun Meter lange Gefährt wird von einer Zugmaschine über die Dämme des Kartoffelackers gezogen. Bis zu vier Hektar pro Tag können die Zieglers damit bearbeiten.

Anschließend kommen die Speisekartoffeln auf große Hänger. Ein Teil wird ins hofeigene Lager gefahren, denn die Landwirtsfamilie bedient im Direktvertrieb verschiedene Märkte in ganz Bayern. Die restlichen Kartoffeln gehen an die Großhandelsfirma Agropa in Brunnen, den größten Abpackbetrieb für Kartoffeln und Zwiebeln in ganz Bayern. Dort werden sie gewaschen, poliert, selektiert und verpackt. „Uns ist wichtig, vor allem bayerische Sorten zu verarbeiten“, sagt Firmenchef Johann Dittenhauser. Dem kann sich die Bayerische Kartoffelkönigin, die dem Betrieb an diesem Tag einen Besuch abstattet, nur anschließen: „Unsere Kartoffeln sind durch ihre gelbfleischige Art besonders gut für typisch bayerische Speisen wie Kartoffelsalate oder Knödel geeignet“, sagt Marina Heigl. Die Karlshulderin entstammt einem Kartoffelbetrieb und hilft, wenn es die Zeit zwischen ihren vielen Terminen zulässt, ebenfalls bei der Ernte mit.

Wie hoch die Einbußen durch die Sommerhitze wirklich sind, können die Landwirte nun direkt absehen: „Bei uns im Landkreis sind es 30 bis 40 Prozent“, sagt Norbert Ziegler. Somit beläuft sich der Erntedurchschnitt in diesem Jahr auf keine 300 Dezitonnen pro Hektar; in den Vorjahren waren es um die 400. Preissteigerungen im Supermarkt müssten die Verbraucher aber nicht befürchten, sagt Ziegler: „Bei Produkten wie Pommes oder Kloßteig gibt es Festpreise. Und die Speisekartoffeln werden um höchstens ein paar Cent pro Kilo teurer.“

Einen ausführlichen Bericht über die Kartoffelernte im Landkreis sehen Sie am 18.09. ab 18:30 Uhr im Studio Schrobenhausener Land.