Ein Grundstück – zwei Käufer

Ingolstadt (intv) „Eine kommunalpolitische Überraschung“, so kündigte Stadtpressesprecher Gerd Treffer das erste Thema der heutigen Pressekonferenz an. Die Röss-Villa, lange umstrittenes Politikum im Glacisgürtel, soll schon bald Eigentum der Stadt Ingolstadt und des Freistaats Bayern werden. „Nach stillen Verhandlungen kam es jetzt zu einer Einigung“, so Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle. Das 5.000 Quadratmeter große Grundstück soll aufgeteilt werden. Die eine Hälfte ohne Gebäude will die Stadt Ingolstadt erwerben, um den Glacisgürtel für die Bürger öffentlich zugänglich zu machen. Die andere Hälfte mit der Villa soll den Planungen nach der Freistaat Bayern kaufen, die technische Hochschule soll Nutzer des Gebäudes werden. „Die Röss-Villa wollen wir zum Verwaltungssitz der TH umgestalten, 25 Arbeitsplätze sollen dort entstehen“, berichtet Walter Schober, Präsident der TH. „Somit werden wir unser Weiterbildungszentrum weiter ausbauen.“ Auch die Hochschule plant, nach dem Modell eines offenen Campus, keinerlei Zäune um das Grundstück zu ziehen, der Grüngürtel wäre frei zugänglich.

„Mit diesem Kauf würden wir mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen“, erklärt Gerd Treffer, Pressesprecher der Stadt Ingolstadt. Das Areal würde den Ingolstädtern offen stehen, darüber hinaus sei das durch Abriss bedrohte Gebäude gesichert. „Wir haben eine sinnvolle Lösung gefunden“, freut sich Preßlein-Lehle. Heute Nachmittag befasst sich der Stadtplanungsausschuss mit demThema, am 20. Februar wird der Stadtrat über den Kauf entscheiden.