Ein Amt für Rückführungen

Manching (intv) Vor sechs Monaten hat große Politprominenz das Landesamt für Asyl und Rückführungen in Manching eingeweiht. Seitdem ist es recht ruhig um die Behörde geworden. Die Mitarbeiter im Amt mit Sitz direkt neben dem Ankerzentrum haben allerdings gut zu tun. Marlene Kukral hat sich die Behörde und die aktuellen Abschiebezahlen genauer angesehen.

Fast 15.000 abgelehnte Asylbewerber haben Bayern im vergangenen Jahr verlassen. Was auffällt: die meisten Menschen sind freiwillig gegangen. Insgesamt fast viermal so viele, wie abgeschoben werden mussten. Dieses Verhältnis ist in den vergangenen Jahren gleich geblieben.

Rückführungen – damit beschäftigen sich die Mitarbeiter im Landesamt für Asyl und Rückführungen in Manching. Davon sind alle Asylbewerber betroffen, die keine Schutzberechtigung oder Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben. Die Kernaufgabe der Behörde besteht darin, Ausreisepflichtige dazu zu bringen freiwillig auszureisen. In letzter Konsequenz organisiert die Behörde auch Abschiebungen.

Eine Abschiebung kommt für einen Asylbewerber nicht überraschend betont Martin Panten, der für die Rückführungen im Landesamt zuständig ist. Schon bei der Einreise werden alle Möglichkeiten erklärt, wie das Asylverfahren enden kann. Die freiwillige Ausreise ist dann das einfachste Verfahren für beide Seiten.

Der Freistaat kann die freiwillig Ausreisenden finanziell unterstützen. Es soll aber in keinem Fall einer Belohnung gleich kommen. Die meisten Rückreisen führen in den Westbalkan. Das ist für die Ausländerbehörde kein neues Thema. Hier zahlt der Freistaat auch nur das Busticket. Mehr Geld gibt es zum Teil für Rückreisen in afrikanische Länder wie Senegal oder Nigeria. Als Starthilfe, damit die Menschen in ihr Heimatland nicht als Verlierer zurückkommen. Konkrete Zahlen, wie viel diese Maßnahmen kosten, gibt es nicht. Denn das ist von Fall zu Fall verschieden.

Wenn es zu einer Abschiebung kommt, hat die Behörde drei Möglichkeiten. Zum einen kann der abgelehnte Asylbewerber das Land mit einem Linienflug verlassen. Die Reise organisieren die Mitarbeiter des Landesamtes. Die Poizei kümmert sich darum, dass der Betroffene zum Flughafen kommt. Wenn die Einzelmaßnahme aus verschiedensten Gründen scheitert, gibt es die Möglichkeit der begleiteten Rückreise. Dann fliegen Polizisten mit dem Betroffenen mit und bringen ihn sozusagen persönlich in sein Heimatland. Die dritte Möglichkeit sind Sammelabschiebungen. Die Bundesländer chartern gemeinsam ein Flugzeug, um die abgelehnten Asylbewerber zurückzufliegen. Bayern hat solche Sammelabschiebungen auch schon alleine organisiert.

All diese Maßnahmen organisiert und koordiniert das Landesamt für Asyl und Rückführungen. Wer wann zurückgeschickt wird, hängt wiederum vom Einzelfall ab. Straftäter und auffällige Asylbewerber stehen allerdings ganz oben auf der Liste.

Seit einem halben Jahr gibt es das Landesamt für Asyl und Rückführungen in Bayern. Eine solche Behörde hat sonst kein anderes Bundesland. Thomas Hampel ist der Präsident. Sein Fazit fällt nach einem halben Jahr Arbeit positiv aus. Inzwischen arbeiten bereits 70 Mitarbeiter in der Behörde, die eine Dienststelle in Manching und in München hat.

Und auch in Zukunft soll es eher mehr als weniger Mitarbeiter geben. Denn die Arbeit geht nicht aus. Hampel rechnet damit, dass uns das Thema Asyl noch länger beschäftigen wird.