Ehrengäste, hunderte Besucher, Demos: Moschee in Pfaffenhofen eröffnet

Pfaffenhofen (intv) Der blaue Teppich ist weich und fühlt sich gut an, wenn man ihn betritt. Jeder, der seine Schuhe ausgezogen hat, darf das. Hunderte von Bürgern aus Pfaffenhofen nutzen die Gelegenheit und besichtigen die neue Moschee in der Hohenwarter Strasse. Ein würdevoller und prächtiger Gebetsraum ist das Herzstück des islamischen Kulturzentrums. Über dem lichtdurchfluteten Herzstück des Gebäudes hängt ein großer Kronleuchter. Verankert in einem roten Kreis mit einer arabischen Kalligraphie im ansonsten blau dominierten hohen Raum. Für Recep Bal, dem örtlichen Vertreter von DITIB, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V., geht damit ein Traum in Erfüllung. 1,2 Millionen Euro habe der Bau gekostet. Eine halbe Million davon wurde gespendet, der Rest über Banken finanziert, erläutert der Vorsitzende der türkisch-islamischen Gemeinde in Pfaffenhofen. Zur feierlichen Einweihung war aus Köln der Generalsekretär von DITIB angereist, aus München der Konsul Selcuk Eke. Von dort kam wohl auch eine Handvoll Demonstranten der Kleinstpartei „Die Freiheit“ nach Pfaffenhofen. Sie demonstrierte einige hundert Meter östlich der Moschee gegen deren Eröffnung. Einige hundert Meter westlich hatten sich zweihundert Befürworter versammelt. Unter dem Motto: „Pfaffenhofen ist bunt!“. Lautstark protestiert diese Gruppe als Maria Frank plötzlich unmittelbar neben ihnen aufttaucht. Sie trägt ein Schild auf dem Adolf Hitler und ein Mann mit einer orientalisch-islamischen Kopfbedeckung zu sehen ist. Das soll ihrer Erklärung nach eine Komplizenschaft im Völkermord an die Juden ausdrücken. Die Polizisten bleiben ruhig und lassen die Frau gewähren. Nach einigen Wortgefechten zieht sie wieder ab, in Richtung ihrer Gesinnungsgenossen von der Kleinstpartei „Die Freiheit“ im Westen der Moschee.