„Ehrenamtliche überlastet!“ Kreis-SPD fordert mehr Asylhilfe in Wolnzach

Wolnzach (intv) So etwas ist auch in der ältesten Partei Deutschlands selten: Seit 60 Jahren ist Arnuld Mayer Mitglied bei den Genossen. 1955 ist der 89-jährige Reichertshofener in die Partei eingetreten. Damals hat er noch in München-Schwabing gelebt und im Hasenbergl für Jugendliche gearbeitet, denen es meist nicht so gut ging wie ihren Altersgenossen im Rest der Landeshauptstadt. Doch harte Zeiten kannte Arnuf Mayer selbst nur zu gut: Er hatte im Krieg Stalingrad überlebt und war in russische Gefangenschaft geraten. Jahrzehnte später, 1990, ist es ihm gelungen, den damaligen Münchner Oberbürgermeister Georg Kronawitter im Wahlkampf nach Reichertshofen zu holen. Für sein Engagement hat ihm die Betreuungsabgeordnete Ruth Waldmann jetzt die goldene Anstecknadel überreicht. Weniger erfreulich waren die Fakten zur Asylpolitik, über die Waldmann als Mitglied im Sozialauschuss des Landtages ihre Genossen informierte. So bekommen die Wohlfahrtsverbände nur 70 Prozent ihrer Kosten für die Asylhilfe vom Freistaat erstattet. Auf den restlichen 30 bleiben sie laut Waldmann sitzen. Ohne das ehrenamtliche Engagement sehr vieler Bürger, auch im Landkreis, wäre die Situation für die 140.000 Asylsuchende in Deutschland noch schlimmer. Doch viele dieser Ehrenamtlichen sind bereits jetzt überlastet. Deshalb müsse der Freistaat hier endlich Abhilfe schaffen und mehr hauptamtliches Personal einstellen, betonte Ruth Waldmann.