Ehefrau erstickt: Prozessauftakt vor dem Landgericht

Ingolstadt (intv) Es war Anfang des Jahres, als ein grausames Verbrechen die Gemeinde Denkendorf im Landkreis Eichstätt erschütterte. Dabei soll ein 32-jähriger Mann aus Algerien seine sechzehn Jahre ältere Ehefrau umgebracht haben. Heute fand vor dem Landgericht Ingolstadt der Prozessauftakt statt.

Als Riad B. den Sitzungssaal des Landgerichts betritt, sind alle Augen auf ihn gerichtet. Er ist adrett gekleidet, man könnte ihn für einen Anwalt halten. Kaum zu glauben, dass der 32-Jährige Anfang des Jahres seine Frau getötet haben soll. Die Anklageschrift ist eindeutig: Am 2. Januar soll es zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und seiner Frau Fabienne G. gekommen sein. Nachdem Fabienne G. auf ihren Mann einschlug und drohte, ihn zu verlassen, habe er sie auf den Boden gedrückt. Anschließend soll er ihr mit einem Gegenstand einige wuchtige Schläge gegen den Kopf verpasst und sie gewürgt haben. Da Fabienne G. nicht aufhörte, sich zu wehren und ihren Ehemann zu beleidigen, habe ihr Riad B. mehrere Minuten ein T-Shirt auf den Mund gedrückt – bis sich die 48-Jährige nicht mehr bewegte. Der Angeklagte selbst hat heute zu den Vorwürfen geschwiegen, er ließ allerdings eine Erklärung durch seinen Anwalt verlesen. Darin heißt es, Fabienne G. sei die Liebe seines Lebens. Das T-Shirt habe er ihr nur deshalb auf den Mund gedrückt, damit ihr achtjähriger Sohn nichts von der Auseinandersetzung mitbekommt. Während der Verhandlung kämpft der mutmaßliche Totschläger immer wieder mit den Tränen. Die Verhandlung wird am Donnerstag fortgesetzt.