Drei von vier Bayern wollen zu Hause gepflegt werden

Ingolstadt (intv) Wie stellen Sie sich Ihre Zeit als Rentner vor? Gemütlich zuhause im Schaukelstuhl sitzen, ein Buch lesen und den Tag an sich vorbei ziehen lassen? Oder möchten Sie lieber aktiv sein, viel wandern und Fahrrad fahren? Es gibt viele Möglichkeiten den Ruhestand zu verbringen, was sich aber wohl niemand vorstellt ist, ein Pflegefall zu werden. Und deshalb trifft auch kaum jemand die nötigen Vorkehrungen dafür. So ist es wichtig mit den Angehörigen darüber zu reden, wie man im Pflegefall versorgt werden möchte. Laut einer Umfrage der DAK wollen drei von vier Bayern lieber zuhause als in einem Heim gepflegt werden. 31 Prozent der Befragten wussten allerdings nicht, wie ihre Angehörigen im Pflegefall betreut werden wollen. Lutz Fischer, Leiter der DAK Ingolstadt, führt dies darauf zurück, dass niemand über das Thema reden oder näher darüber nachdenken möchte. Es sei aber wichtig sich damit auseinanderzusetzen.

Eva-Maria Potzelt aus Ingolstadt hat das gemacht. Nach einem Schlaganfall war die heute 83-Jährige auf Pflege angewiesen. Im September verstarb nun auch noch ihr Mann, so dass sie nun alleine lebt. Dennoch muss sie nicht ins Heim, denn sie wird ambulant von der Diakonie-Sozialstation Ingolstadt betreut. Sie erhält nicht nur Hilfe bei der täglichen Morgenhygiene, sondern bekommt auch Essen auf Rädern. Abseits davon ist sie noch selbstständig genug, um weiter in ihrer Wohnung bleiben zu können.

Einen ambulanten Pflegedienst zu engagieren ist nur eine von vielen Möglichkeiten, wie Pflegebedürftige in ihren eigenen vier Wänden bleiben können. So gibt es in Ingolstadt zum Beispiel auch noch die Tagespflege der Caritas, bei der die Patienten tagsüber betreut werden und abends wieder zurück nach Hause können.