„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ oder „gespaltene Persönlichkeit“

Ingolstadt (intv) Letztes Jahr im Mai sorgte der Totschlag bayernweit für Schlagzeilen. Nicole M. soll einen 51-jährigen Reichertshofener in dessen Wohnung durch intensive, scharfe und stumpfe Gewalteinwirkung so stark verletzt haben, dass dieser schließlich starb. Sowohl das Opfer als auch die Angeklagte standen zum Tatzeitpunkt unter starkem Alkoholeinfluss. Heute wurden vor dem Ingolstädter Landgericht die Plädoyers gehalten und die Strafanträge gestellt. Darin wurde Nicole M. immer wieder als die Frau mit den zwei Gesichtern beschrieben. Die Staatsanwaltschaft verglich die Angeklagte mit der Figur des Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Immer wenn sie Wodka konsumierte, wurde sie zur Furie, so der Ankläger. Für den Verteidiger der 40-Jährigen steht fest, dass seine Mandantin unter einer gespaltenen Persönlichkeit leidet. In seinem Antrag forderte er darum eine Haftstrafe von fünf Jahren. „Sie ist ja Alkoholikerin. Sie hat täglich fast eine Flasche Wodka getrunken. In meinen Augen gehört sie therapiert. Das will sie auch selber. Und von daher habe ich den Antrag so gestellt, dass sie gleich auf Therapie gehen könnte. Der Staatsanwalt hat neun Jahre beantragt, was natürlich schon einige Jahre darüber liegt. Ich bin der Meinung, dass das ein wenig zu hart ist für das, was sie gemacht hat, unter Berücksichtigung ihrer Persönlichkeit“, so Dr. Hermann Borchert. Der Verteidiger sieht darum in einer Therapie die Lösung des Problems und hofft auf ein milderes Urteil. Welchem Antrag der Richter folgen wird, entscheidet sich am 25. Juni. Dann ist Urteilsverkündung.