Doppelmord von Kösching: Angeklagter räumt Tat ein

Ingolstadt (intv) Mit Tränen und einem Geständnis hat der Prozess um den Doppelmord von Kösching heute vor dem Landgericht Ingolstadt begonnen. Der aus dem Kosovo stammende 69-Jährige Rentner soll im September letzten Jahres seinen 35-jährigen Schwiegersohn und seine  39-jährige Tochter mit einer Pistole erschossen haben. Der Tat soll ein langanhaltender Familienstreit vorausgegangen sein.

Dem Angeklagten wird Mord in zwei Fällen vorgeworfen. „Die Staatsanwaltschaft sieht hier das Mordmerkmal der Heimtücke als gegeben an, also das Opfer rechnet überhaupt nicht mit einer Attacke oder einem Übergriff, es ist arg- und wehrlos“, erklärt Landgerichtspräsidentin Sibylle Dworazik gegenüber intv. Sahit I. sei mit Tötungsabsicht zum Anwesen seiner Tochter und dessen Ehemann gegangen, mit einer Pistole, einer Beretta, im hinteren Hosenbund. Nach weiteren Beleidigungen soll er die Waffe gezogen und mehrmals auf den Schwiegersohn geschossen haben, der sich verwundet ins Haus zurückzog. „Ich habe nur noch rot gesehen“, heißt es in der Einlassung des Angeklagten, die von seinem Anwalt Jörg Gragert vortragen wird. Der Angeklagte sei ihm ins Haus gefolgt und habe weiter geschossen. Dabei trafen auch seine Tochter tödliche Schüsse. Beide Opfer erlagen noch am Tatort ihren Verletzungen.

Dass er auf seine Tochter geschossen habe, hat der Angeklagte erst später realisiert. Er bedauere das Geschehene „zutiefst“ und werde sein Leben lang mit dieser Schuld zurecht kommen müssen, ließ er die Prozessbeteiligten wissen.

Während der angesetzten zwölf Verhandlungstage wird auch die halbe Flasche Cognac eine Rolle spielen, die der Angeklagte vor seiner Tat getrunken haben soll.