Donau-Fan im Auenzentrum

Neuburg a.d. Donau/Ingolstadt (intv) Es sind durchaus Superlative. Zwischen Neuburg und Ingolstadt befindet sich auf 1.600 Hektar der größten noch zusammenhängende Auenwald Bayerns. Teil des wohl umfangreichsten Auendynamisierungsprojektes Danubeparks in Mitteleuropa, dokumentiert und ausgearbeitet im Auenzentrum auf Schloss Grünau. Zwischen 15 und 18.000 Besucher und Naturfreunde kommen jedes Jahr hierher. Darunter kürzlich auch Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer (B’90 / Grüne). Sie bezeichnet sich selbst als „totaler Donau-Fan“ und ist in Ingolstadt aufgewachsen. Flüsse aus ihrem starren Kanalkorsett zu befreien und sie zurück zur Natur zu führen, ist ihr ein Herzensanliegen. Dabei führt die Politikerin gern das Beispiel München ins Feld. „Wir haben die Isar wieder geöffnet und das hat sehr gut funktioniert. Das wird auch von den Menschen angenommen und wir haben trotzdem ausreichend Hochwasserschutz. Wenn man sich die Donau dagegen in Ingolstadt anschaut, diese Kanalisierung, das Einbetonierte, das ist weder für die umliegenden Auen, noch für die Menschen gut, die gar nicht an den Fluss herankommen. Da könnte ich mir noch viele Veränderungen vorstellen.“

Die Politikerin ist Mitglied der Parlamentarischen Gruppe „Frei fließende Flüsse“, so wie auch Siegfried Geißler, Geschäftsführer des Fördervereins Auenzentrum. Zur erlebbaren Donau ist es seiner Meinung nach noch ein langer Weg: „Die Donau ist ein einziger Kanal mit sehr vielen Kraftwerken im Hauptfluss und da sind natürlich Dynamisierungsmaßnahmen, Renaturierungsmaßnahmen viel aufwendiger und technischer. Auch die Erfolge sind nicht so schnell sichtbar wie an der Isar, versteht sich“, erklärt Geißler.

Walter-Rosenheimer kam auf Einladung des Ingolstädter Umweltreferenten Rupert Ebner: „Die Donau ist so objektiv zwar sauber, aber die Verunreinigung oder der Anteil an Phosphat aus der Landwirtschaft in der Donau ist noch viel zu hoch. Das heißt die Zuflüsse und die Landwirtschaft entlang der Donau muss eine andere werden.“

Als konkrete Maßnahmen gelten Niedrigwassermanagement, zusätzliche Umgehungsgewässer und die Durchgängigkeit der Donau für den Fischbestand an.