Diskussion: Wie viel Soziales müssen wir uns leisten?

Ingolstadt (intv) Wie viel Soziales müssen wir uns leisten? Zu dieser Frage hatten die Ingolstäter Bundestagskandidaten der verschiedenen Parteien gestern Abend in der VHS recht unterschiedliche Meinungen. Vor allem beim Thema Mindestlohn prallten die Ansichten aufeinander. Wie sich die Politik einen gesetzlichen Mindestlohn für Kleinunternehmen vorstelle, wollte das Publikum wissen. DIE LINKE stellt mit ihrer Forderung von 10 Euro pro Stunde eine Extremposition da. Gemäßigter kommt da der Vorschlag der SPD. 8,50 Euro seien angemessen, erklärte SPD-Kandidat Stefan Schieren. Seine Rechnung: Wer mehr verdiene, könne auch mehr Sozialabgaben zahlen und dadurch das System entlasten. Während SPD und LINKE mehr Sozialausgaben fordern, betonte CSU-Kandidat Reinhard Brandl, Deutschland habe eines der besten Absicherungssysteme der Welt – dies beizubehalten sei das Ziel. Das Gleiche gelte für die Rentenversicherung, findet FDP-Kandidat Anton Brandl: „Die Bürger müssen auch privat vorsorgen, das müssen wir stärker betonen.“ Ganz anderer Meinung war Bulling-Schröter (DIE LINKE). Das sei „pure Lobbyarbeit der privaten Versicherungswirtschaft“, empörte sie sich. Statt privater Vorsorge, müsse es auch bei Renten- und Pflegeversicherung eine Umverteilung geben, stimmte Grünen-Politiker Joachim Siebler zu. Durch Anhebung der sogenannten „Reichensteuer“ sollte man eine steuerfinanzierte Grundsicherungsrente bereitstellen.