Digitale Zukunft

Ingolstadt (intv) Selbstfahrende Autos, Industrieroboter oder 3D-Drucker. Oft erleichtert uns die moderne Technik den Alltag. Auch in der Arbeitswelt sind Roboter und Co. hilfreich, doch wo bleibt der Mensch zwischen all den Maschinen? Das war die zentrale Frage bei der Zukunftskonferenz am Samstag bei Audi in Ingolstadt.

Der Mensch im Mittelpunkt der Digitalisierung? Eher nicht lautete das Ergebnis einer Onlineumfrage unter den gut 500 Teilnehmern. Um gemeinsam mit den Arbeitnehmern die digitalen Herausforderungen zu meistern, haben die IG Metall Betriebsräte von Audi und die IG Metall Ingolstadt das Projekt „Vision Ingolstadt 2030“ ins Leben gerufen.

„Wir haben uns Anfang 2014 mal überlegt, was heißt denn Digitalisierung, Smart Factory, digitales Büro für die Arbeitswelt, für den Menschen der arbeitet? Und so haben wir dieses Projekt auf den Weg gebracht, in dem wir mit Wissenschaft, Politik, Arbeitgebern und Menschen hier in der Region diskutieren, um vorbereitet zu sein, wenn die Digitalisierung auf uns zukommt.“, erklärt Peter Mosch, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Audi AG.

Als politische Vertreterin war Bundesministerin Katarina Barley nach Ingolstadt gekommen. Sie sehe die Unsicherheit der Arbeitnehmer als großes Problem an. Derzeit könne noch niemand genau abschätzen, wie sich die Berufe in Zukunft verändern.

„Es ist die Aufgabe der Politik den Arbeitnehmern Sicherheit zu geben, soweit es eben geht. Wir können nicht absolut sagen, dass jeder Arbeitsplatz so bleibt wie er ist, höchstwahrscheinlich nicht. Aber wir können zum Beispiel die Tarifparteien stärken. Außerdem werden die Gewerkschaften, Betriebsräte mitreden, wie sich der Arbeitsplatz verändert. Und gesetzliche Sicherungslinien einziehen, sodass die Arbeitnehmer geschützt sind.“, so Katarina Barley, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

In kleinen Gruppen haben die Teilnehmer am Nachmittag ihre eigenen Gedanken und Ideen zum Thema gesammelt. Schließlich sollen sie in Zukunft noch mehr mitbestimmen.

„Ich glaube ja, dass der Mensch bleibt. Keine Technik ist kreativ oder transparent oder kann sich zum gemeinsamen Handeln zusammenschließen. Wir wollen diesen Veränderungsprozess gut gestalten. Unser Job ist es, dafür zu sorgen, dass niemand in diesem Prozess verliert.“, erklärt Johann Horn, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ingolstadt.

Die Konferenz hat der Gewerkschaft nun neue Anstöße für ihre weitere Arbeit gegeben. Mit dem Ziel, dass Mensch und Maschine in Zukunft Hand in Hand arbeiten.