Dieselkrise, Brexit, Handelskonflikt: gedämpfte Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie

Ingolstadt (intv) In Deutschland ist es die Dieselkrise, in Europa der Brexit und weltweit der von der USA ausgehende Handelskonflikt. Die Metall- und Elektroindustrie hat zu kämpfen. Bei den Unternehmen ist die Stimmung deshalb gedämpft. Von einem Konjunkturtal ist die Rede.

Die Geschäftslage ist gut. Für das Inland sehen es rund 52 Prozent der Betriebe der Metall und Elektroindustrie in unserer Region so. Die Auslandsgeschäfte bewerten rund 48 Prozent als gut, etwa genauso viele sehen die Lage durchschnittlich. Verglichen mit der Konjunkturumfrage im vergangenen Jahr hat sich die Stimmungslage deutlich verschlechtert. Grund sind die Unsicherheiten auf den Märkten. In Deutschland selbst sorgte die Diskussion um den Diesel und das neue Abgasprüfverfahren für Einbußen.

In diesem Jahr wollen die Betriebe wieder mehr produzieren. Es geht diesmal aber weniger darum, zu wachsen als den guten Status quo zu halten. “ Wir sind in den letzten zehn Jahren extrem stark gewachsen was Umsatzvolumen aber auch Beschäftigung betrifft. Und es war von vornherein klar, dass dann irgendwann der Höhepunkt erreicht ist“, erklärt Thomas Stohwasser, Leiter Personal Conti Temic microelectronic GmbH.

Die Metall- und Elektroindustrie befindet sich in einem Wandel. Der Weg weg von Verbrennugnsmotoren hin zu Strom betriebenen Fahrzeugen bedeutet auch neue Arbeitsfelder. „Alles was mit Elektronik und Software zusammen hängt wird definitiv zunehmen in den kommenden Jahren“, so Robert Morgner, der Geschäftsführer der ASAP Holding GmbH. Der Entwicklungsdienstleister spürt aber genau hier den Fachkräftemangel besonders. „Wir haben einfach nicht genug Softwarentwickler in Deutschland. Die ganze Industrie sucht quasi nach den selben Profilen.“

Die Unternehmen setzen deshalb auf Umschulungen ihrer Mitarbeiter. Aber nicht in jedem Motorenentwickler steckt auch ein Softwareentwickler. Dazu komme, dass die Gewerkschaft im vergangenen Jahr flexiblere Arbeitsverträge erkämpft hat. Für die Mitarbeiter sei Freizeit oft mehr Wert als zusätzliches Geld. Ein Wohlstandsproblem in einer Branche, die auch in schwierigen Zeiten gute Zahlen schreibt. Und im kommenden Jahr weiter Arbeitsplätze schaffen will.