Diesel und Elektroantrieb: Audi will sich grundlegend wandeln

Ingolstadt (intv) Es war ein turbulentes Jahr für Audi. Zweimal war die Münchener Staatsanwaltschaft im Haus um Hinweise auf Verstrickungen im Abgasskandal zu suchen. Fünf von sieben Vorstandsposten haben 2017 neue Männer übernommen. Mit Spannung haben die Journalisten deshalb heute die Jahrespressekonferenz erwartet. Da war aber vor allem eines zu spüren: Aufbruchsstimmung

Der Ingolstädter Automobilhersteller will sich grundlegend wandeln. Ein Symbol dafür soll der neue Audi Aicon sein. Ein voll elektrisches, voll automatisches und voll vernetztes Auto. Audi hat das Modell in der langfristigen Produktplanung verankert. Die gesamte Produktpalette soll elektronischer werden. Am Verbrennungsmotor will das Unternehmen dennoch festhalten.

Neben Produkteinführungen und dem Ausbau des chinesischen Marktes hat Audi im vergangenen Jahr vor allem die Dieselkrise beschäftigt. Stadler meinte zu Beginn: „Wir arbeiten unermüdlich an einer lückenlosen Aufklärung und arbeiten die technischen Sachverhalte weiter mit den Behörden ab. Die Klärung juristischer Sachverhalte wird noch weitere Zeit in Anspruch nehmen.“

Trotz Abgasskandals hat Audi im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz erzielt. Erstmals hat das Unternehmen die 60-Milliarden-Euro-Marke geknackt. Am Ende steht ein operativer Gewinn von 5,1 Milliarden Euro. Die Mitarbeiter werden auch heuer am Gewinn beteiligt: 4770 Euro bekommen die Facharbeiter im Mai zusätzlich ausgezahlt.

Für das laufende Geschäftsjahr hofft Audi, den Umsatz noch einmal leicht steigern zu können. Das Ziel: Auch 2018 sollen über 1,8 Millionen Autos ausgeliefert werden.

Ein Großprojekt nimmt Audi in Ingolstadt aber wieder in Angriff. Stadler bestätigte, dass die Planungen für den IN-Campus auf dem alten Bayernoil-Gelände im Ingolstädter Süden wieder aufgenommen werden. VW hat finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe in Aussicht gestellt.Genaueres wollen Stadt und Audi kommende Woche bekannt geben.