Die Wasserversorgung langfristig sicherstellen

Schrobenhausen (intv) Bagger, Lastkraftwagen und Tiefbohrgeräte in einem Trinkwasserschutzgebiet? Das ist nur erlaubt, wenn man ein ganz besonderes Vorhaben umsetzen will: Die Stadtwerke Schrobenhausen lassen seit wenigen Tagen einen neuen Brunnen errichten. Auf einem kleinen Hügel südlich der Stadt soll im Lauf der kommenden Wochen ein 83 Meter tiefer Schacht entstehen, der pro Sekunde bis zu 28 Liter frisches Grundwasser liefern kann.

„Der alte, über 50 Jahre alte Brunnen war verockert“, erklärt Stadtwerke-Vorstand Thomas Schneider. Darunter versteht man die Ablagerung von Eisen- und Manganoxiden an Förderrohren und Pumpen. Die Leistungsfähigkeit wurde dadurch auf fast ein Viertel reduziert. Da eine Sanierung ebenfalls hohe Kosten verursacht, entschied man sich für die rund 500.000 Euro teure Neubaumaßnahme, die nur wenige Schritte von dem ursprünglichen Schacht umgesetzt wird. „Wir arbeiten Tag und Nacht, denn eine so genannte Lufthebebohrung darf nicht unterbrochen werden“, erläutert Stefan Joanni von der Brunnenbaufirma Joanni Kling GmbH aus Zusmarshausen.

Ins Boot geholt haben sich die Stadtwerke auch die German Water & Energy Group, ein Subunternehmen der heimischen Bauer AG. „Wir liefern die Baumaterialien, zum Beispiel Edelstahl-Wickeldrahtfilter oder Steigleitungen“, sagt Vertriebsexperte Stefan Eisner. Auch eine spezielle Schüttung aus Glaskugeln wird in Kürze den Schacht auskleiden, um Feinteile wie Sand oder Moos zu filtern.

Insgesamt bezieht Schrobenhausen sein Wasser aus sechs Brunnenanlagen und zwei Hochbehältern, die sich auf zwei Gebiete nördlich und südlich der Stadt verteilen. „Wir benötigen glücklicherweise keine aufwändigen Aufbereitungstechniken“, so Thomas Wächter, der seit Januar als neuer Wassermeister bei den Stadtwerken arbeitet. Das Wasser wird lediglich durch Quarzsand gefiltert und mit Luft angereichert. Der Wasserverbrauch der Schrobenhausener Einwohner und Unternehmen beläuft sich auf rund 800.000 Kubikmeter pro Jahr, das sind am Tag zwischen 1,2 und 3,5 Millionen Liter.

Während der Brunnenbaumaßnahme müssen die Verbraucher keinen Engpass befürchten: „Die restlichen fünf Brunnen fördern genügend Wasser, um die Zeit zu überbrücken“, verspricht Wächter.