Die Stütze der Flüchtlinge

Eichstätt (intv) Ob als Unterstützung bei Behördengängen, bei der Gestaltung von Freizeitangeboten, als Fahrdienst oder Hilfe beim Deutschlernen – Ehrenamtliche greifen Flüchtlingen im Alltag auf vielfältigste Weise unter die Arme. Gestern kamen etwa 200 dieser engagierten Bürger aus dem Landkreis Eichstätt im Alten Stadttheater zusammen. Um Erfahrungen auszutauschen, Anregungen zu geben und Missstände anzusprechen.

Beispielsweise wenn ein Flüchtling mit Zahnschmerzen über vier Wochen auf seinen Krankenschein warten muss – Vorfälle wie diese sind für die etwa 200 Ehrenamtlichen im Eichstätter  an der Tagesordnung – und mitunter frustrierend. „Manchmal verzweifelt man und denkt, Mensch, da muss es doch eine andere Lösung geben, aber letztendlich wollen wir aufmerksam machen auf manche Dinge, dass da noch Handlungsbedarf und Verbesserungen gibt“, erklärt Elisabeth Riegler vom Helferkreis Altmannstein, die auch ihre Eindrücke dem Landrat und Referenten auf dem Podium mitgeteilt hat, wie viele andere ehrenamtlich Tätige.

Wöchentlich werden dem Landkreis 64 Personen zugewiesen. Insgesamt zählt das Gebiet von Altmannstein bis Großmehring 137 dezentrale Unterkünfte für etwa 1.800 Asylbewerbern. Von Kinding bis Kösching haben sich Helferkreise in den Gemeinden gebildet. Die Arbeit der Ehrenamtlichen sei laut Landrat Anton Knapp „von unschätzbarem Wert“.

Er will als weitere Stütze sogenannte Kümmerer einsetzen: „Da kommen die Anforderungen aus den Gemeinderathäusern, dass wir Personen zur Verfügung stellen, die sich um die täglichen Dinge kümmern sollen, Administratives und Organisatorisches übernehmen. Und wir wollen da entgegenkommen und der Kreisausschuss hat heute auch entschieden, dass wir in unserem Stellenplan Kümmerer flächendeckend im Landkreis aufnehmen und peu à peu besetzen.“

Nach dem großen Interesse ist eine Reihe ähnlicher Veranstaltungen rund ums Thema Flüchtlinge und Ehrenamt geplant. Denn es gibt viel Redebedarf.