Die soziale Jugendarbeit des Kickbox-Trainers Jens Lintow

Ingolstadt (intv) Folgendes passierte vor wenigen Wochen: Ausgerechnet der mehrfache Kickboxweltmeister Jens Lintow wird zufällig Zeuge davon, wie mehrere Jugendliche Terassenmöbel beim Nachbarn stehlen. Einen der jungen Täter kann er in seiner Kampfsportschule festhalten bis die Polizei eintrifft. Besonders schlimm, bei dem 15-Jährigen wird ein Alkoholpegel von 1,3 Promille festgestellt. Tatsächlich hat der Trainer Jens Lintow immer wieder mit Heranwachsenden zu tun, die in solche Schieflagen geraten sind.

Und es ist grundsätzlich eine große soziale Verantwortung die auf Sportvereinen lastet. Nirgends lernen Kinder besser soziale Kompetenzen, mit Kritik, Niederlagen und mit Konkurrenz umzugehen, genauso aber auch mit Erfolgen. Der Berliner Jens Lintow betreibt in Ingolstadt den Kickboxtempel. Er selbst ist mehrfacher Kickbox-Weltmeister, heute trainiert er vor Allem Kinder und Jugendliche.

Die Geschichte mit dem betrunkenen 15-Jähriger macht ihn nachdenklich. In seiner Schule hat Lintow immer wieder mit Problemkindern zu tun, holt sie von der Strasse, bringt ihnen Respekt und Disziplin bei. Die Schützlinge von ihm kämpfen alle im BLSV, dem einzigen offiziellen Verband. Er will echte Sportler groß ziehen, wie er sagt, das dauert viele Jahre. Die, die durchhalten, so wie Lintow selbst, haben vielleicht die Chance auf große Titel, auf Anerkennung, auf das Gefühl, dass das eigene Leben einen Wert hat und sie nicht nur das Leben absitzen müssen.