Die Linken im Aufwind: Sahra Wagenknecht in Ingolstadt

Ingolstadt (intv) Der Wahlkampf in Bayern geht in die heiße Phase. So viele Bürger wie noch nie, sind vor der Wahl noch unentschlossen. Deshalb kämpfen die Parteien um so mehr um die Gunst der Wähler. Die Linke steht kurz davor, zum ersten Mal in den bayerischen Landtag einzuziehen. Für die Partei geht es um jede Stimme. Ein Zugpferd wie Sahra Wagenknecht hilft da natürlich beim Stimmenfang.

Die Linke tanzt auf ihrer Wahlkampfveranstaltung in Ingolstadt. Kein Wunder – Grund für die gute Stimmung sind die aktuellen Umfragewerte. Demnach kratzt die Partei an der Fünf-Prozent-Hürde. Ein Einzug in den bayerischen Landtag ist für die Linke zum Greifen nah. Die Spitzenkandidatin Eva Bulling-Schröter wäre bereit für das Maximilianeum. „Man kämpft immer, um zu siegen sag ich jetzt mal.“

Beim Kampf um die Wählerstimmen kommt Unterstützung von ganz oben. Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag macht kurz Halt im Kulturzentrum neun. Die aktuellen Umfragewerte sind natürlich auch für sie ein Grund zur Freude. Ein Einzug der Linken in den bayerischen Landtag wäre für sie eine „bundesweite Revolution“. In 40 Minuten freier Rede rechnet Wagenknecht dann vor allem mit den Regierungsparteien in Berlin ab. „Man weiß ja gar nicht, wo man anfangen soll zu opponieren. Die machen ja nur noch Mist!“

Wagenknecht hinterfragt die Rolle der SPD in der Regierung, hat Angst, die Arbeiterpartei wird zum Orchester auf Merkels Titanic. Dass Ministerpräsident Markus Söder an Wählergunst verliert, kommt Wagenknecht natürlich entgegen. Allerdings nur, wenn die Wähler nicht nach rechts abwandern. „Herr Söder ärgert sich doch nicht, wenn die AfD stark wird“, ruft Wagenknecht ins Mikro. „Wer den ärgern will, muss die Linke wählen, das ist maximaler Ärger.“ Applaus von rund 300 Besuchern, die den Auftritt von Wagenknecht verfolgen. Am Ende macht die Fraktionsvorsitzende noch Werbung für ihre neue Bewegung Aufstehen.

Auf die Probleme in Bayern machte die Ingolstädter Landtagskandidatin Eva Bulling-Schröter aufmerksam. Bezahlbarer Wohnraum, bessere Pflege, ein höherer Mindestlohn, das sind die Punkte, für die sich die Linken einsetzen. Bulling-Schröter selbst ist die Umverteilung „von oben nach unten“ besonders wichtig.

Am 14. Oktober wird es spannend in Bayern. Ob Eva Bulling-Schröter dann wieder tanzt und den Einzug in den Landtag feiert wird sich zeigen.