„Die Hand des Hutmachers“

Ingolstadt (intv) Die Amputation eines Körperteils ist für jeden Patienten ein traumatisches Erlebnis. Das Medizinhistorische Museum greift in ihrer Reihe „Medizin unter der Lupe“ das Thema Armprothese auf. Es steht stellvertretend für die rund 50.000 armamputierten Männer, die auf diese künstlichen Gliedmaßen angewiesen waren, um sich nach Kriegsende 1945 wieder eine Existenz aufbauen zu können – so wie Gottfried Schätz aus Tegernsee. Die Ausstellung erzählt die Geschichte des kriegsversehrten Hutmachers, der sein Handwerk mit Leib und Seele trotz Unterarmprothese bis ins hohe Alter fortgesetzt hat.  Schätz trug die damals bewährte Sauerbruch-Prothese, entwickelt um 1916 von dem Mediziner Dr. Ferdinand Sauerbruch. Dieser funktionale Armersatz ermöglichte zahlreichen versehrten Soldaten nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg ein halbwegs normales Leben. Das Medizinhistorische Museum zeigt die Ausstellung noch bis Mitte Juni.