Die Fakten kommen auf den Tisch: Reaktionen zur Anklage von Alt-OB Lehmann

Ingolstadt (intv) Jetzt ist es offiziell: Ingolstadts Alt-Oberbürgermeister Alfred Lehmann muss sich vor Gericht verantworten. Das Ingolstädter Landgericht hat die Anklage in allen Punkten zugelassen.

Es geht um zwielichtige Immobiliengeschäfte. Laut Staatsanwaltschaft zum einen auf dem Areal der ehemaligen Pionierkaserne, zum anderen beim Verkauf der Flächen des Altstadtkrankenhauses. Alfred Lehmann soll sich in seiner Zeit als Vorsitzender der Stadttochter IFG selbst Vorteile verschafft haben, indem er die Flächen an bestimmte Bauunternehmer verkauft hat. Im Gegenzug soll er von den Käufern wirtschaftliche Vorteile in sechsstelliger Höhe erhalten haben, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Den Vorteil hat Lehmann wohl in Form eines Preisnachlasses beim Kauf von Wohnungen bekommen. Nun muss sich der ehemalige Oberbürgermeister wegen Untreue und Bestechlichkeit vor Gericht verantworten. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe. Auch die beiden Bauunternehmen müssen wegen des Vorwurfs der Bestechung und Beihilfe zur Untreue und Bestechung vor Gericht.

Der Anwalt von Alfred Lehmann, Jörg Gragert, bestätigte die Zulassung der Anklage, wollte sich aber nicht weiter zum Fall äußern. Lehmann selbst betonte zuletzt noch einmal seine Unschuld. Aus der eigenen Partei bekommt der Alt-OB Zuspruch. „Lehmann bekommt die Möglichkeit, sich endlich zu verteidigen“, sagt Patricia Klein (CSU) gegenüber intv. Vom amtierenden Oberbürgermeister Christian Lösel gibt es kein Statement zum laufenden Verfahren.

Vertreter anderer Parteien begrüßen es, dass dem ehemaligen Oberbürgermeister nun der Prozess gemacht wird. Nun kämen die Fakten auf den Tisch.

Weil es sich um einen komplexen Sachverhalt handelt, rechnet das Landgericht mit mehr als 10 Verhandlungstagen. Die erste Strafkammer hat im Moment sehr viel zu tun. Deshalb wird der Prozess gegen Lehmann wohl erst Anfang 2019 beginnen.