Die Emotionen kochen hoch: großer Auflauf beim Ortstermin zu Scherm Erweiterung

Karlskron (intv) Beim Ortstermin zur geplanten Scherm Erweiterung sind am Mittwoch die Fronten aufeinandergeprallt. Auf der einen Seite die Mitarbeiter, die um ihre Arbeitsplätze bangen. Auf der anderen Seite die Bürger, die einen großen Schaden an der Natur befürchten. Mitten drin Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, der sich eigentlich ein Bild von der Situation machen wollte.

Die Grünen Karlskron hatten zu dem Ortstermin geladen. Scherm will davon allerdings aus der Presse erfahren haben. Das Unternehmen hat Ludwig Hartmann daraufhin eingeladen, das Werk in Probfeld zu besichtigen um dort mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Das hat der Grünen-Politiker aus terminlichen Gründen abgelehnt. Hartmann sieht die Pläne der Logistikfirma kritisch.

„Wir haben in Bayern einen gewaltigen Flächenverbrauch. Auch hier in der Region, wir haben ein Gewerbegebiet nach dem anderen und eine Umgehungsstraße nach der nächsten. Dadurch geht viel Ackerland verloren und die Artenvielfalt schwindet. Wir müssen sparsamer mit Flächen umgehen.“, fordert Ludwig Hartmann.

Laut den Grünen steht Bayern deutschlandweit auf Platz eins, wenn es um den Flächenverbrauch geht. Am Tag sind es 13 Hektar, das entspricht gut 18 Fußballfeldern. Die Partei hat daher ein Volksbegehren auf den Weg gebracht und fast die dafür erforderlichen 25.000 Unterschriften gesammelt. Die Grünen wollen den Flächenverbrauch auf fünf Hektar pro Tag verringern.
Im Fall von Scherm sieht Hartmann nur eine Lösung: ein Parkdeck. Das Unternehmen habe diese Variante bereits umfassend geprüft.

„Wir möchten mit der Firma weitere 250.000 Quadratmeter entwickeln. Die Nettofläche ist dabei bedeutend geringer. Außerdem sind nur 36 Prozent versiegelt. Ein Parkdeck hätte den Nachteil, dass die Fläche komplett versiegelt wäre und damit alles überschwemmt werden würde. Insofern ist das nicht immer die beste Lösung.“, erklärt Maximilian Roos, Pressesprecher der Scherm Gruppe.

Die Firma klagt seit Jahren über Platzprobleme. Auf der neuen Fläche sollen daher auch Büros entstehen und neue Arbeitsplätze. Scherm zeigt sich nach wie vor bereit mit den Bürgern zu reden. Doch gerade nach dem Termin am Mittwoch dürften sich die Fronten noch verhärtet haben.