Der Umwelt zu Liebe: Mehrweg- statt Pappkaffeebecher

Ingolstadt (intv) Rund 43.000 Bäume sterben jährlich für die Produktion von knapp 3 Milliarden Pappbechern, die in Deutschland für den schnellen Kaffeegenuss über die Ladentheke gehen. Der Umwelt zu Liebe sagen regionale Bäckerfilialen den Einwegkaffeebechern den Kampf an. Sie bieten ihren Kunden Mehrwegbecher zum Kauf an.

Bei insgesamt 40 Filialen in der Region sind es jährlich 312.000 Pappbecher die die Bäckerei Sipl beim Kaffeeverkauf an Kunden ausgibt. Um diese Anzahl zu reduzieren gibt es seit vergangener Woche eine Porzellantasse, für den mehrfachen Kaffeegenuss. Kunden können sie für stolze 10 Euro erwerben.Für die kleinere Bäckerei Kuttenreich mit vier Filialen ist das nichts Neues. Den hauseigenen Mehrwegbecher aus Kunststoff gibt es schon seit einem guten Jahr. Allerdings für 7 Euro 50. Auch die Bäckerei Wünsche hat mit einem eigenen Becher der Pappe-Variante den Kampf angesagt. Dabei gibt es schon seit Herbst 2016 eine Bäckerei-übergreifende Idee, die für ganz Ingolstadt gelten soll. „Kaffees bzw Bäckereien, die den Coffee-to-go anbieten werden von der Firma Recup mit Mehrwegbechern ausgestattet, der Kunde gibt einmalig 1€ und kann den überall bei den beteiligten Geschäften abgeben oder befüllen lassen.“, erklärt Rupert Ebner, Umweltreferent der Stadt Ingolstadt.

Die Gespräche ziehen sich allerdings bis heute, die Geschäftsführer haben noch auf erste Erfahrungen aus München und Rosenheim gewartet. Aktuell steht noch die Hygienefrage im Raum. Solange die ungespülten Recup-Becher nicht über die Ladentheke gehen, sondern in einem separaten Bereich angenommen werden, gibt es zumindest in Ingolstadt kein Problem. Das hat der Umweltreferent abgeklärt. Für Max Kuttenreich geht es aber auch um eine Filiale in Manching. Erst wenn alle an Ingolstadt angrenzenden Landratsämter ihr OKAY geben, sei man auf der sicheren Seite, so Kuttenreich.  Und das hätte er gerne schriftlich. Auch für die großen Bäckereikollegen Hackner, Erhard und Co sei das wichtig, denn für die lohne sich sonst der Aufwand nicht. Für Rupert Ebner sind alle finanziellen und organisatorischen Fragen geklärt, er wartet nur noch auf die Zusagen der Bäckereien. Die Bäckereien Hackner und Erhard denken auf Nachfrage darüber nach, Heiglbeck ist ab August dabei. Auch Max Kuttenreich hat die Idee noch nicht verworfen.