Der Mythos von der Glücksnase

Ingolstadt (intv) Mit einem Mythos ist es meist so eine Sache: Eigentlich weiß keiner mehr, woher er stammt und doch pflegen ihn die Menschen weiter. Mit der „Glücksnase“ von Carl Wilhelm von Heideck (1787-1861) ist es ganz genauso.

Die steinerne Büste des ehemaligen Oberstleutnants steht seit Mitte der achtziger Jahre vor dem großen Sitzungssaal der Agentur für Arbeit Ingolstadt. Und seit dem gehen die Mitarbeiter vorbei und reiben an der Nase von Heydeck, wie Pressesprecher Peter Kundinger berichtet. „Wir haben gesagt, es bringt Glück. Irgendwann kam dann der Zusatz, dass es Arbeitslosigkeit verhindert.“ Der ehemalige Agenturchef Rolf Zöllner hat den Mythos schließlich in die Welt hinaus getragen und sogar in einem Artikel der New York Times fand das Riechorgan bereits Erwähnung.

Dieser Artikel wiederum fiel knapp ein Jahr später  zwei jungen Fotografen aus den Niederlanden in die Hände. Berend Otto und Guus Kaandorp, die gemeinsam das Künstlerduo Otto Kaan bilden, waren ganz angetan von der Geschichte und beschlossen den Wohlstand auch nach Amsterdam zu bringen. „In Ingolstadt scheint es zu funktionieren und in Amsterdam können wir auch Glück gebrauchen.“ Hauptziel der Aktion sei es die Menschen zu inspirieren.

Gestern haben Berend Otto und Guus Kanndorp in einem mehrstündigen Prozess einen Gipsabdruck der Büste angefertigt. Dazu mussten zunächst mehrere Schichten Silikon und schließlich eine Schicht Gips aufgetragen werden.

Zurück in ihrem Atelier in Amsterdam werden Otto Kaan jetzt eine Replik von Heidecks Nase anfertigen. Diese wird dann am 26. Januar bei einer Ausstellung in Amsterdam zu sehen sein und alle Menschen sind eingeladen, die Nase Heidecks zu reiben, damit das Glück auch ihnen künftig wohl gesonnen ist.

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