Der Kampf für die „Engerl“ der Stadt geht weiter

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Ingolstadt (intv) Dorothea Wiesnet unterwegs zu einem Termin zusammen mit den Mobilitätshelfern. Dieses Bild ist mittlerweile mehr als ein Jahr her – seitdem hat sich einiges verändert. Denn die Mobilitätshelfer gibt es nicht mehr, obwohl viele hilfsbedürftige Menschen auf deren Unterstützung angewiesen sind. So wie die mittlerweile 85-jährige Dorothea Wiesnet, die nicht mehr ganz fit auf den Beinen ist. Sie wurde von den Mobilitätshelfern oft zu Arztterminen begleitet und hat diese Unterstützung sehr geschätzt. Stadtrat Thomas Thöne hat deshalb eine Onlinepetition auf die Beine gestellt, bei der mehr als 2400 Unterschriften zusammen gekommen sind. Vor einigen Wochen wollte er sie dann an den Oberbürgermeister überreichen, der die Unterschriften allerdings nicht persönlich entgegen genommen hat. Daraufhin machte Thöne in einem offenen Brief seinem Ärger Luft. Die Stadt argumentiert damit, dass es genügend andere soziale Eichrichtungen gebe, die den Job der Mobilitätshelfer übernehmen könnten – Thöne ist da aber ganz anderer Meinung. „Mir wird immer wieder mitgeteilt, dass es da Probleme gibt. Die Nachbarschaftshilfe hat den OB sogar persönlich angeschrieben und darauf hingewiesen, dass das Essen nicht mehr von der Tafel zu den Bedürftigen kommt – das haben früher die Mobilitätshelfer gemacht“, so Thöne. Seitdem der Stadtrat die Unterschriftenliste in den Briefkasten des Rathauses geworfen hat, wartet er auf eine Reaktion des Oberbürgermeisters. Auf Nachfrage durch intv erklärte der städtische Pressesprecher Gerd Treffer, dass das Thema im April im Sozialausschuss vorbehandelt und anschließend im Stadtrat diskutiert werden soll. Über die Vorgehensweise von Stadrat Thomas Thöne zeigte man sich allerdings nicht sehr erfreut. „Es ist nicht üblich, dass jeder einzelne Stadtrat, der ein Thema behandelt haben möchte, persönlich zum Oberbürgermeister geht. Für gewöhnlich läuft das innerhalb der Verwaltung routinemäßig über das zuständige Fachamt“, so Gerd Treffer. Routine hin oder her – durch die Onlinepetition wird der Fall neu aufgerollt, voraussichtlich am 16. April im Stadtrat. Und auf diesen Termin fiebert wohl auch Dorothea Wiesnet hin.