Der Fasching ist angeschnalzt

Kinding (intv) Die Kindinger Fosanegl haben heute Mittag wieder lautstark die fünfte Jahreszeit eingeläutet. Mit einem dreifachdonnernden Ziag o!

Der Brauch geht nachweislich auf das 18. Jahrhundert, die Ursprünge noch viel weiter zurück, wahrscheinlich um die Pest oder böse Geister auszurtreiben. Oder den Winter. Das scheint vor heutiger Schneekulisse nicht ganz gelungen, dafür ist das Faschingsauftaktspektakel um so sehenswerter. „Das war der Sage nach, die Pest austreiben, den Winter austreiben, da kommt das Schnalzen her. Man hat auch früher Brezen verteilt, um auf die kommende Fastenzeit hinzuweisen und Süßigkeiten, um die Fastenzeit zu versüßen“, so Wilhelm Götzenberger, 33 Jahre lang Vorstand bei den Kindinger Fosanegl.

Ob zu Zweit, zu Viert oder in ganz großer Runde. Das Fosanegl-Schnalzen macht einfach was her.

In Kinding wird der Brauch in Ehren gehalten, neue Kostüme werden nach Vorlage geschneidert. Die Kindinger treten sogar bei Weltmeisterschaften an. Fosanegl sind im Altmühltal verwurzelt, unterscheiden sich zwischen den Gemeinden allerdings sehr. „Speziell uns machts aus, dass bei uns auch Damen mitmachen. Zum Kostüm: Die Rauten sind ein bisschen größer als bei den Kipfenbergern, die haben auch mehr Farben, bei uns ist das Kostüm rot und grün, in Kipfenberg haben sie mehr Farben“, erklärt Thomas Maler, jetziger 1. Vorstand.

Und die Maske darf natürlich nicht fehlen. In der Faschingszeit fliegen die Peitschen jeden Sonntag Mittag am Marktplatz, sowie beim Fosaneglball und dann natürlich am Faschingssonntag beim großen Umzug.