Der eine schwitzt, der andere friert: Arbeiten im Hochsommer

Ingolstadt (intv) 36 Grad, kein Hitzefrei – und nicht alle haben bei den hochsommerlichen Temperaturen den Luxus einer Klimaanlage am Arbeitsplatz. Gerade die, die im Freien arbeiten, trifft es besonders hart. Da ist es kein Wunder, dass man schon heute auf vielen Baustellen niemanden antraf. Wer aber in der Hitze arbeiten musste, brauchte vor allem eines: guten Sonnenschutz und viel Flüssigkeit.

Das weiß auch Renato Granata. Er ist Eisverkäufer und steht täglich mit seiner mobilen Eisdiele in der Ingolstädter Fußgängerzone. Der Italiener macht seinen Job seit vierzig Jahren – egal bei welchem Wetter. Doch auch dem Südländer macht die Hitze natürlich zu schaffen. Deswegen kühlt er sich am liebsten mit seinem eigenen Eis ab. „Ich schaffe 30 Kugel“, sagt er stolz.

Auch Michael Pföß hat genug Eis, um sich abzukühlen. Allerdings nicht in Kugelform und auch nicht in der Waffel. Denn der Ingolstädter arbeitet im Kühlhaus bei Selgros und hat ein Auge auf die Tiefkühlabteilung. Wenn ein Regal leer ist, geht es ab ins Kühlhaus zum Nachfüllen. Doch vorher muss er sich noch umziehen. „Dafür brauche ich spezielle Schutzkleidung. Und wenn man die Kleidungsvorschriften befolgt, gibt’s auch keinen Schnupfen“, so der Ingolstädter.

Aber Bekleidungsvorschriften hin oder her. Frieren will Michael Pföß natürlich auch nicht. Deshalb zieht er die dicke Daunenjacke, Pudelmütze und Handschuhe freiwillig an, bevor er sich mit dem Gabelstapler auf den Weg ins eiskalte Lager macht. Auch wenn die Arbeit eigentlich sehr anstrengend ist, ins Schwitzen gerät er dabei kaum – schließlich hat es im Tiefkühler frostige Minus 18 Grad. Im Kühlhaus verbringt Michael Pföß täglich nur drei bis vier Stunden. Den Rest der Zeit ist er dann wieder in der Tiefkühlabteilung beschäftigt – mit Hemd und Stoffhose. Und wenn es ihm dabei doch mal zu heiß werden sollte, „dann geh ich ich einfach für ein paar Minuten ins Tiefkühlhaus.“