Den letzten Weg gemeinsam gehen: Hospizbegleiter helfen Sterbenden

Pfaffenhofen (intv) Hospizbegleiter haben nicht den besten Ruf. Sie werden häufig als „Engel des Todes“ bezeichnet. Denn wenn sie kommen, dann geht das Leben meist dem Ende zu. Aber es gehört viel mehr zur Hospizbegleitung als der nahende Tod. Im Oktober 2013 diagnostizierten die Ärzte bei Veronika Klinkenberg einen bösartigen Hirntumor. Sie wurde operiert, aber der Tumor konnte nicht vollständig entfernt werden. Im November letzten Jahres suchte sie Hilfe beim Hospizverein. Seit dem verbringt sie regelmäßig Zeit mit Hospizbegleiterin Carolin Seeney. Die Hospizbegleitung gestaltet sich vielfältig. Die beiden Frauen gehen zum Beispiel gemeinsam in die Kirche, führen lange Gespräche über das Leben mit der Krankheit oder kümmern sich um ganz praktische Dinge wie Patientenverfügung. „Beim Hospiz da zählt der Mensch in seiner Gesamtheit. Also Körper, Geist und Seele. Und deswegen würde ich zum Hospiz raten, weil da die Ganzheit, der Mensch als Ganzes gesehen wird und nicht nur ein Teil davon,“ erzählt Veronika Klinkenberg. Ende März bildet der Hospizverein Pfaffenhofen wieder neue Begleiter aus. Die Ausbildung selbst dauert mehrere Monate. Die Anwärter lernen in Seminaren sich mit der eigenen Trauer auseinanderzusetzen, aber auch wie sie richtig kommunizieren, Krankheitsbilder erkennen und wie sie auf sich selbst achten. Für Hospizbegleiter ist es wichtig, dass sie früh eingebunden werden. So haben sie mehr Zeit, eine persönliche Beziehung aufzubauen und können auf individuell Bedürfnisse besser eingehen. Veronika Klinkenberg hat das sehr geholfen. Nur wenige Tage nachdem wir Veronika Klinkenberg besucht haben, hat sich ihr Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert. Am 12. Februar 2015 ist sie friedlich eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht.