Dauerbrenner vierte Donauquerung

Ingolstadt (intv) Kilometerlange Staus und genervte Autofahrer. Wer zu den Hauptverkehrszeiten im Nordwesten Ingolstadts unterwegs ist, braucht viel Geduld. Das Verkehrsproblem, ganz klar ein Thema, das in der heißen Phase des Wahlkampfes immer mehr in den Mittelpunkt rückt. Die Freien Wähler fordern zur Entlastung der Straßen seit Jahren eine vierte Donauquerung in Form eines Tunnels. Nun hat aber auch die FDP die Chance gewittert, mit dem Thema die Gunst des Wählers zu gewinnen. Die Liberalen wünschen sich eine Hochstraße über den Auwald. Und ehe sich die Freien Wähler versahen, hatte OB-Kandidat Karl Ettinger ein Bürgerbegehren auf die Beine gestellt. „Wir haben die einmalige Chance, das Projekt zusammen mit den Bürgern zu entwickeln und mit ihnen zu diskutieren“, so Ettinger. Keine Diskussion zum Thema Donauquerung gibt es allerdings bei den Grünen. Für Petra Kleine steht fest: Der Auwald wird nicht angetastet, weder 20 Meter über noch unter der Erde. Die Grünen holen deshalb zum Gegenschlag aus, mit einem eigenen Bürgerbegehren. So hätten die Ingolstädter die Möglichkeit, gemeinsam für den Erhalt des Auwalds einzutreten. Während also die Grünen und die FDP nun fleißig auf Unterschriftenjagd gehen, scheinen die Freien Wähler immer weiter ins Hintertreffen zu geraten. Dabei waren sie es doch ursprünglich, die das Wahlkampfthema Donauquerung publik gemacht haben. Oberbürgermeisterkandidat Peter Springl lässt sich die Butter aber nicht so leicht vom Brot nehmen: „Die Freien Wähler stehen für eine solide, nachhaltige Politik. Und dazu zählt nicht, dass man sechs Wochen vor der Wahl ein Bürgerbegehren raushaut“, so Springl. Bis zu den Kommunalwahlen in gut fünf Wochen haben die Bürger jetzt noch Zeit, sich eine Meinung zum Thema Donauquerung zu machen. Und bis dahin wird sicherlich noch die ein oder andere Partei zum Thema Donauquerung nachziehen. Jetzt, wo doch schon drei Parteien die nötige Aufmerksamkeit bekommen haben.