Das „Stiefkind“ Ingolstadts

Ingolstadt (intv) Eingeschlagene Fenster, beschmierte Wände, Müll und Dreck wohin das Auge reicht. Das Körnermagazin, einst Montage- und Verwaltungsgebäude der Auto Union, gleicht einer Ruine. Jugendliche klettern hier oft auf den Dächern herum und zündeln im Inneren des Gebäudes. Eine große Gefahr, die Grünen fordern deshalb zum einen mehr Sicherheit, zum anderen geht es ihnen aber auch um das Stadtbild. „Es handelt sich um ein bedeutendes Denkmal der Industriegeschichte. Gleich um die Ecke ist das Lechner Museum, gegenüber die Hochschule, man wünscht sich eine Nutzung, die zur gesamten Umgebung passt“, so Stadträtin Barbara Leininger.

Das Gebäude steht seit 2010 leer und gehört dem Ingolstädter Unternehmer Jürgen Kellerhals. Um die Verwaltung kümmert sich eine Immobilienagentur, der Geschäftsführer Roland Hörner bestätigt uns, dass es auf dem Gelände wöchentliche Begehungen gibt. Obwohl das Gebäude großräumig abgesperrt ist, gibt es aber immer wieder Einbrüche. Dabei sollten hier eigentlich schon vor einigen Jahren Studentenwohnungen und ein Hotel entstehen. „Das Schlammassel haben die Grünen verursacht, wir haben damals das Gebäude mit einer Abrissgenehmigung gekauft. Wir waren vor dem Verwaltungsgericht und die Grünen haben Druck gemacht, dass hier nochmal Einspruch eingelegt wurde“, so Hörner.

Nach drei Jahren Verfahren steht das Gebäude jetzt unter Denkmalschutz, ein Abriss ist nicht mehr möglich, die Planungen sind ins Stocken geraten. Eine Situation, die diejenigen mitverursacht haben, die sich jetzt über die Folgen beschweren.