Das Paartal erhalten: Natura-2000-Plan vorgestellt

München/Schrobenhausen (intv) Natura 2000: Das Netzwerk zum Schutz europäischer Biotope gilt als eines der wichtigsten Naturschutzprojekte der Welt. Auch das Paartal ist seit über 10 Jahren als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) ausgewiesen. Diese Woche wurde in Schrobenhausen beratschlagt, wie die Zukunft des kleinen Flusses im Landkreis aussehen könnte.

Zu dem Runden Tisch waren Vertreter der Regierungsbezirke Oberbayern und Schwaben sowie Mitarbeiter von Landratsamt und Landwirtschafts- bzw. Forstamt in den Sportpark Mühlried gekommen. Sie stellten den in Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro erarbeiteten Management-Plan „Paar“ vor. Er enthält ein Maßnahmenpaket, das die naturnahe Entwicklung des Landschaftsschutzgebietes gewährleisten soll. „Wir brauchen naturnahe, unverbaute Abschnitte und vor allem eine Verbesserung der Gewässerqualität“, so Elmar Wenisch vom Fachbereich Naturschutz der Regierung von Oberbayern. Durch Verzicht auf stickstoffhaltige Mineraldüngung sowie den Einsatz von Festmist anstatt Gülle könnten Landwirte dazu beitragen, so Wenisch.

Die Artenvielfalt im Paartal sei groß, erklärt Siegfried Geißler von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Neuburg-Schrobenhausen im intv-Interview. „Wir haben Wiesenbrüter wie den Großen Brachvogel oder Kiebitze. In Schrobenhausen und Hörzhausen brütet schon viele Jahre der Weißstorch. Und entlang der Paar gibt es eine wunderschöne Libelle, die Grüne Keiljungfer“. Auch seltene Schmetterlinge wie der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling seien zu finden.

Wald- und Grundstücksbesitzer waren ebenfalls zu dem Termin gekommen. Auch die Schrobenhausener Gruppe des Bund Naturschutz beteiligte sich an der Diskussion. „Verbauung und Verbuschung bedrohen die Paar“, so Ortsvorsitzende Brigitte Streber. Deshalb sei es gut, dass der Managementplan regelmäßige Mahden vorsieht. Nicht alle Teilnehmer bewerteten den Maßnahmenkatalog als positiv. Erika Meyer, Geschäftsführerin des Bayerischen Bauernverbands in der Region 10, befürchtet einen unternehmerischen Schaden für viele Landwirte.

Die Anregungen der Teilnehmer sollen nun in den Management-Plan eingearbeitet werden. Dieser wird dann allen beteiligten Kommunen und Behörden zur Verfügung gestellt. „Das Ganze soll ein Leitfaden für Grundbesitzer und Landwirte werden“, so Elmar Wenisch. Auch die Landkreise Pfaffenhofen und Aichach-Friedberg beteiligen sich am Projekt zum Schutz des FFH-Gebiets Paar.