CSU-Politiker und Firma Hipp gegen neue EU-Öko-Verordnung

Pfaffenhofen (intv) Der bayerische Landwirtschaftsminister, die Vorsitzende der CSU Landesgruppe im Deutschen Bundestag und der Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis sitzen selten alle zusammen an einem Tisch. Erst recht mit Claus Hipp, seinem Sohn Stefan und den wichtigsten Mitarbeitern des Babynahrungsmittelherstellers. Doch der Anlass für dieses Treffen ist wohl zu wichtig als dass man sich auf einzelne Akteure verlassen will. Denn in den Augen des Ökopioniers in der Nahrungs-mittelbranche und auch in den Augen der eingeladenen Politiker bahnt sich in Brüssel eine Entscheidung an, die den Biobauern in ganz Europa das Überleben schwer machen wird. Am 25. März 2014 wurde die Novelle der EU-Öko Verordnung erstmals vorgestellt – in der Fachwelt sorgte sie für ungläubiges Kopfschütteln. Brüssel will beim Anbau von Biolebensmitteln künftig nicht mehr den Prozess von der Saat bis zur Ernte bewerten, sondern allein das Produkt, das angebaut wurde. Hier ist ein sehr strenger Grenzwert für Pestizide vorgesehen, der nach Ansicht der Firma Hipp und ihrer politischen Mitstreiter für die meisten Ökobauern nicht eingehalten werden kann. Schließlich verzichte man seit jeher beim Biolandbau auf chemisch-synthetische Pestizide, Rückstände seien nicht messbar. „Wenn Belastungen auftreten, so handelt es sich in der Regel um Spurenbefunde, die durch Abdriften, Verunreinigunen oder ähnliche unbeabsichtigte Geschehen entstanden sind. Um rückstandsfrei im Sinne der Babynahrungsrichtlinie zu produzeren, dürfen z.B. nicht einmal dieselben Obstkisten für konventionelle Äpfel und Bio-Äpfel verwendet werden“, heißt es in einer Presseerklärung von Hipp. Der Unternehmer und mit ihm die Politiker sind sich einig, dass diese praxisferne Verschärfung der EU-Öko-Verordnung dazu führen wird, dass immer mehr Bio-Bauern aufgeben müssen und diese Form der grundwasserschonenden Anbaus europaweit von konventioneller Landwirtschaft verdrängt werden könnte.