Containerdorf in Schrobenhausen fertiggestellt

Schrobenhausen (intv) Die Flüchtlings-Situation spitzt sich auch für den Landkreis Neuburg-Schrobenhausen zu. Wöchentlich werden durch die Regierung derzeit 30 Menschen aus Krisengebieten zugewiesen, bis zum Jahresende steigt die Gesamtzahl der Asylbewerber damit auf 1.000. In Schrobenhausen wurde gestern das in Rekordzeit errichtete Containerdorf an der Bürgermeister-Götz-Straße vorgestellt. Stadträte, Vertreter karitativer Organisationen und Bürgermeister aus den Umlandgemeinden konnten sich ein Bild von dem 1,4-Millionen-Euro-Projekt machen.

„Es ist das erste Containerdorf im Landkreis“, so Landrat Roland Weigert (FW). Die in vier Blöcke unterteilten Wohncontainer bieten eine Gesamtkapazität für 94 Menschen. Dazu gibt es pro Block Waschräume und Toiletten für Herren und Damen sowie einen Gemeinschaftsraum mit Küche. Versorgen werden sich die Asylbewerber selbst. Zusätzlich stehen Büroräume für Hausmeister und ehrenamtliche Helferkreise zur Verfügung. „Wir haben sozusagen den Ein-Sterne-Standard“, beschreibt Weigert die Räumlichkeiten: „Kein Schnickschnack, eine reine Zweckunterkunft.“ Die Container wurden durch den Landkreis von einer österreichischen Spezialfirma angemietet und mit Innenausstattung versehen.

Derzeit sind knapp 60 Asylbewerber im Notquartier der Stadthalle untergebracht. „Wir haben mittlerweile Menschen aus Afghanistan und Albanien bei uns in Schrobenhausen“, so Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU) über den aktuellen Stand. Bereites kommende Woche werden weitere Flüchtlinge erwartet; diese sollen direkt in das Containerdorf einziehen. Die Stadthallen-Bewohner werden im Lauf der nächsten Wochen ebenfalls dorthin umziehen.

Ein Ortswechsel steht damit auch den vielen Helferkreisen bevor. „Auch im Containerdorf wollen wir täglich ein bis zwei Stunden vor Ort sein, um die Fragen der Menschen aufzunehmen – und an die verantwortlichen Stellen weiterzuleiten“, verspricht Evi Schmidt-Deeg vom Helferkreis Präsenz.

In der Nähe der Unterkunft befinden sich Einkaufsmöglichkeiten, die von den Asylsuchenden zu Fuß erreicht werden können. Die Innenstadt ist etwa 10 Gehminuten entfernt. Neben der Wohnanlage liegt eine Reihe von Grünflächen, die zum Teil im Besitz der Stadt sind. „Die wollen wir zu Spiel- und Freizeitflächen erklären, damit die jungen Neuankömmlinge auch endlich mal bolzen können“, so Stephan, der bekennender Fußballfan ist.

Bei der Besichtigung tauchten auch Fragen zur Sicherheit der spielenden Flüchtlingskinder auf. Das Tempolimit wurde im Bereich des Containerdorfs von 60 auf 50 km/h gesenkt. „Eine größere Reduktion ist bei einer Kreisstraße rechtlich nicht möglich“, so Roland Weingut vom Landratsamt.