Christian von Hirschhausen spricht zur Stromtrasse

Marxheim (intv) Der Comedian Eckart von Hirschhausen ist in Deutschland für sein medizinisches Kabarett sehr bekannt. Doch kennen Sie auch seinen Bruder, Professor Doktor Christian von Hirschhausen? Dieser ist an der TU Berlin Leiter des Fachgebiets Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik. Seit gut einem Jahr tourt er mit einem Team aus wissenschaftlichen Mitarbeitern durch Deutschland, um über das Thema „Monstertrassen“ aufzuklären. Am Freitag Abend sprach er in der Gemeinde Marxheim vor zahlreichen interessierten Zuhörern. Er räumte auch gleich auf mit falschen Informationen, die zum Thema Stromtrasse kursieren. So ist es seiner Meinung nach falsch, dass es durch das Abschalten der Atomkraftwerke zu einer Deckungslücke kommen wird. „Ich denke, dass durch den Wegfall von fünf Gigawatt in Bayern kein Problem mit der Versorgungssicherheit entsteht, weil es im Umfeld ausreichende Kapazitäten gibt. Aber Bayern hat sich zum Ziel gesetzt Atomkraft nicht durch Kohlestrom zu ersetzen und da gibt es die Herausforderung, die fünf Gigawatt durch sauberen Strom zu ersetzen. Hierfür kommen nur erneuerbare Energien und Erdgaskraftwerke in Frage.“ so Hirschhausen gegenüber intv. Die geplanten Stromtrassen würden dem Ziel der Energiewende widersprechen, so Hirschhausen, da sie vor allem dazu gedacht sind, Ostdeutschen Braunkohlestrom zu transportieren. Stattdessen sollte mehr auf regenerative Energien und die Speicherung von diesen gesetzt werden.

Hirschhausen nahm den anwesenden Zuhörern die Illusion, die Diskussion um die Stromtrassen könnte bis zum Sommer vorbei sein. Drei bis fünf Jahre wird der Kampf gegen die Monstertrassen seiner Meinung nach noch mindestens dauern.