Christen aus Schrobenhausen brechen zu Jubiläums-Reise auf

Schrobenhausen (intv) Es war sprichwörtlich eine Nacht- und Nebelaktion, als sich heute in den frühen Morgenstunden rund 50 Mitglieder der Schrobenhausener Christuskirchengemeinde auf den Weg nach Budapest machten. Am Wochenende wird dort die 25-jährige Partnerschaft mit der dortigen Berggemeinde groß gefeiert. Kennengelernt haben sich die beiden evangelischen Glaubensgemeinschaften bei der so genannten Aktion Silbermöwe, als im Zuge der politischen Wende ungarische Christen Kontakt in den Westen suchten.

„Im Jahr 1989 erhielt unser damaliger Pfarrer Walter Last einen Anruf, ob wir nicht einen Bus mit Ungarn aufnehmen könnten, da eine andere deutsche Gemeinde kurzfristig abgesagt hatte“, erinnert sich Herbert Höglmeier vom Ausschuss Ungarnpartnerschaft der Christuskirche. Aus der Not heraus war so die Grundlage für eine lange anhaltende Partnerschaft entstanden. „Wir haben schon evangelische Kirchentage zusammen gefeiert, daneben pflegen wir viele private Familienfreundschaften“, so Höglmeier. Auch Lara Schäfer aus Brunnen freut sich deshalb ganz besonders auf die Reise – die Teenagerin möchte ihre ungarische Freundin wiedersehen, die sie vor zwei Jahren im Rahmen des Konfirmandenaustauschs in Schrobenhausen kennengelernt hatte.

Austausch auf vielen Ebenen

Mittlerweile gibt es nicht nur regelmäßige Treffen in beiden Ländern, sondern auch einen Ungarnstammtisch in Schrobenhausen, bei dem neben Rotwein und Kolbász auch andere Spezialitäten aus dem mitteleuropäischen Land gewürdigt werden. Auch dieses Wochenende soll neben einem umfangreichen Programm der gesellige Aspekt nicht zu kurz kommen. „Ein weiterer wichtiger Punkt sind Treffen auf Leitungsebene, bei denen wir thematisch zusammenarbeiten“, sagt István Vidovszky, Kirchenvorstand der Berggemeinde „Budahegyvidék“ in Budapest.

Eindrücke aus 25 Jahren Ungarnpartnerschaft:

Fotos z. Tl. mit freundl. Genehmigung der Christuskirchengemeinde SOB

Mehrwert für jede Kirchengemeinde

Zuletzt war im Juli das Pfarrersehepaar Szilvia und Pál Keczkó nach Schrobenhausen gekommen, um an der Amtseinführung des neuen Pfarrers Gerhard Rupprecht teilzunehmen. Der wiederum hat in seiner bisherigen Laufbahn durchweg positive Erfahrungen mit Partnerschaftsprogrammen gemacht. „Christen in anderen Ländern haben ganz andere Themen, Probleme und Lebenssituationen. Dieses Bewusstsein hilft uns, über den Tellerrand hinauszuschauen“, so Rupprecht. Budapest ist für ihn noch Neuland; am Sonntag wird Rupprecht dort jedoch die Predigt des Festgottesdienstes halten. „Ich freue mich auf die Stadt und auf die Menschen“, sagte Rupprecht vor seiner Abreise.