Carmen à trois

Neuburg a.d. Donau (intv) Unter der glühend heißen Sonne im spanischen Sevilla spielt die Handlung von Carmen, der Zigeunerin und Don José, dem Soldaten. Liebe, Eifersucht und Leidenschaft sind die Zutaten, die die Oper Carmen von Georges Bizet zu einem Welterfolg werden ließen. Doch Opern sind nicht immer leichte Kost. Da hilft eine Prise Fantasie und ganz viel Humor. Eine Carmen der etwas anderen Art hat das Publikum im Neuburger Stadttheater erlebt.

Mit nur drei Personen auf der Bühne präsentieren die Künstler Sabine Fischmann und Michael Quast ihre Inszenierung von Carmen. Oper leicht bekömmlich – dabei betonen die Darsteller, die Originalstücke in keinster Weise herabwürdigen zu wollen: „Wir hören immer wieder nach Don Giovanni oder der Fledermaus, dass die Leute sagen: ‚Endlich haben wir es verstanden!‘ Je mehr man von Carmen weiß, umso mehr Spaß hat man dann natürlich auch, weil man dann alle Feinheiten auch kapiert, aber ich glaube, jemand der Carmen noch nie gesehen hat, wird es bei uns womöglich leichter verstehen, als wenn er es im Original sieht“, so Sabine Fischmann im Interview mit intv. Michael Quast ergänzt: „Wir versuchen die Fantasie der Leute so anzuregen, dass sie sich ein Riesenbühnenbild und alle Darsteller wie in der großen Oper eben vorstellen können. Wir wollen Unterhaltung mit einem gewissen Anspruch auf die Bühne bringen, also die Leute müssen schon aufpassen; wer aufpasst hat mehr davon.“

Gelacht hat das Publikum häufig an diesem Abend. Mit erstaunlicher Bühnenpräsenz intonieren die beiden wohlbekannte Melodien. So kommen die Blumenarie und Carmens Habanera mehr als schmissig daher. Das Klavier, gespielt von Markus Neumeyer, ist längst nicht das einzige Instrument, Fischmann und Quast musizieren mit allem, was Geräusche macht: Tröten, Melodica, Kastagnetten und ersetzen so beinah ein ganzes Orchester. Die Handlung wird zusätzlich in gesprochenen Dialogen erzählt, bei denen Fischmann und Quast in verschiedenste Rollen schlüpfen. Andalusien hin, Sevilla her, Lokalkolorit darf dabei nicht fehlen. Eine Frau zwischen zwei Männern: Selbstverständlich geht es auch bei dieser Carmen-Fassung letztendlich um die ganz großen Gefühle.