Bundesweit größte Konferenz zu Flucht- und Migrationsforschung an der KU Eichstätt

Eichstätt (invt) Das kleine Eichstätt ist derzeit ganz groß. An der KU findet bis morgen die größte Konferenz zur Flucht- und Flüchtlingsforschung Deutschlands statt. Rund 340 Teilnehmer aller Fachrichtungen bringen ihre Forschung in über 120 Beiträgen zur Sprache. Während in anderen Teilen der Welt, vor allem im englischsprachigen Ausland, die Forschung seit 30 Jahren und mehr etabliert ist, hinkt Deutschland weit hinterher. Dabei könnte sie einen wichtigen Beitrag zur Versachlichung der aufgeheizten Diskussion leisten.

Olaf Kleist, design. Vorstand des „Netzwerks Flüchtlingsforschung“, hebt die Bedeutung der Flüchtlingsforschung für die politische Diskussion hervor. Diese könnte durch Belege viel mehr profitieren und würde dadurch nicht mehr von Bauchgefühlen überschattet. Die Forscher können somit zu nachhaltigen Verbesserungen beitragen. Seit 2013 gibt es das „Netzwerk Flüchlingsforschung“, das zum ersten Mal die deutschen Forscher aller Disziplinen unter einen gemeinsamen Hut bringen soll. Vertreten sind neben sämtlichen sozialen Geisteswissenschaften (wie Ethnologie, Sozialwissenschaften und Politikwissenschaften) auch Medizin, Architektur oder Stadtforschung. Sie alle haben unterschiedliche Vorgehensweisen, Perspektiven und Fragestellungen, die erst zusammengenommen das äußerst komplexe Thema abbilden können. Die Forscher können das Netzwerk nutzen, um über ihren eigenen Tellerrand hinauszublicken.

Die KU konnte für ihre Vorträge auch international reommierte Wissenschaftlerinnen gewinnen. Darunter eine Rechtsprofessorin der Universität Oxford und eine Soziologin der Universität Simbabwe. Sie verweisen darauf, dass die weltweit größten Flüchtlingsbewegungen nicht in Europa, sondern in den armen Ländern der Südhalbkugel stattfänden. Gerade dort könnten die Auswirkungen von Flüchtlingslagern und magelnder Integration beobachtet werden. Sie mahnten auch an, dass Flüchtlinge oft von Opfern auf blanke Zahlen heruntergebrochen werden.

In Deutschland gibt es Forschungszentren wie das in Eichstätt auch in Berlin und Osnabrück. Die KU plant gerade einen neuen Masterstudiengang. Dieser soll sehr praxisbezogen sein und sich unter anderem mit der Organisation der Flüchtlinge beschäftigen. Er soll bis zum Wintersemester 2019/20 alle Genehmigungen durchlaufen haben, sodass sich die Studierenden dann einschreiben können.