Bürgerinitiative Ingolstadt West gegen Stromtrasse gegründet

Ingolstadt (intv) „Wir brauchen die Monstertrasse nicht“. Das war die einhellige Meinung bei der gestrigen Infoveranstaltung zur geplanten Gleichstromtrasse Süd-Ost im Sportheim von Irgertsheim. Die rund 450 Kilometer lange Trasse soll von Lauchstädt bis nach Meitingen verlaufen. Eine Alternativtrasse führt an den Ingolstädter Ortsteilen Dünzlau, Mühlhausen, Pettenhofen und Irgertsheim vorbei. Um ihren Protest gegen die Stromtrasse zu zeigen, haben die Anwohner nun die Bürgerinitiative Ingolstadt West gegründet. Mehr als 150 Bürger haben sich gestern dafür eingetragen. Sie fürchten schlimmere Folgen als nur eine Verschandlung der Landschaft. So sei es noch nicht erwiesen, dass so eine Gleichstromtrasse nicht auch gesundheitliche Probleme hervorrufen könne. Stadtrat Jürgen Siebicke meinte sogar, dass internationale Experten vor so einer Trasse warnen würden. Personen mit Herzschrittmachern müssten einen Mindestabstand von 300 Metern dazu einhalten.

Beworben wurde die Trasse damit, dass sie regenerativ erzeugten Strom, unter anderen von Windkraftanlagen in Norddeutschland, transportieren solle. Nach und nach zeichnet sich aber ab, dass dadurch vor allem Braunkohlestrom durch Deutschland geleitet und auch ins Ausland exportiert werden soll. Immer mehr Politiker äußern sich deshalb gegen die Stromautobahn, auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. Doch selbst der könne nichts dagegen tun, ohne die Unterstützung der Bevölkerung. Doch auch wenn die Bevölkerung und die Landespolitiker geschlossen ihre Ablehnung gegen die Trasse zeigen, ist es schwer, diese noch aufzuhalten. So meinte Josef Loderer, Vorsitzender des „Energiebündel Kreis Eichstätt e.V.“, dass die Kompetenzen dafür nur beim Bund lägen. Landespolitiker hätten hier nichts mehr zu sagen. Der Bau der Gleichstromtrasse sei gesetzlich beschlossen, weshalb nur eine Gesetzesänderung diesen noch verhindern könne. Darauf müsse man hinarbeiten.

Im Jahr 2022 soll der Bau der Stromtrasse abgeschlossen sein. Ihr endgültiger Verlauf steht noch nicht fest. Am 28.05.2014 endet die offizielle Beschwerdefrist.