Bürgerentscheid über Zweite Donaubrücke in Neuburg

Neuburg (intv) Am kommenden Sonntag sind Millionen EU-Bürger aufgerufen ihre Stimme bei der Europawahl abzugeben. Ungleich spannender dürfte ein zeitgleich angesetzter Bürgerentscheid in Neuburg werden. Dort sind die Bürger am Sonntag aufgerufen, über eine mögliche zweite Donaubrücke abzustimmen.

Zur Abstimmung steht ausschließlich ein Brückenschlag im Westen von Joshofen, verbunden mit einer großen Osttangente um die Stadt. Diese Variante eines Brückenschlags über die Donau würde der Freistaat Bayern mit mehreren Millionen Euro bezuschussen – mit das Hauptargument der Befürworter dieser Idee.

Naturschützer und die Joshofener Anwohner sind aber dagegen, sie befürchten die Zerstörung der einzigartigen Natur an der Donau und den Lärm des Verkehrs. Der Bund Naturschutz informiert deshalb interessierte Bürger über die Auswirkungen des möglichen Brückenbaus im Auwald.

Der Plan ist im Stadtrat und selbst parteiintern umstritten – die Fraktion der Freien Wähler hat sich aber klar für diesen Vorschlag ausgesprochen. „Hier haben wir die geringsten negativen Auswirkungen auf die Anwohner, wenn wir innerstädtisch bauen – oder im Westen bauen – treffen wir wesentlich mehr Anwohner“, so Neuburgs Dritter Bürgermeister Hans Habermeyer.

Die Gegner des möglichen Brückenschlags verweisen auf die Belastung durch den Verkehrslärm – die Brücke würde nur in rund 300 Metern Entfernung an Joshofen vorbeiführen und dort die Donauauen zerstören. „Das Gebiet ist im Bayerischen Arten- und Biotopschutzprogramm als überregional bedeutender Lebensraum genannt und es ist in Verbindung mit der Donauaue zwischen Neuburg und Ingolstadt ein herausragender Landschaftsteil in Bayern“, argumentiert Ulrich Mayer vom Bund Naturschutz.

Es gibt also einige Pro- und Contra-Argumente einer Brücke bei Joshofen – die Entscheidung, ob das Projekt weiter verfolgt wird, liegt jetzt bei den Neuburger Bürgern am 25. Mai im Rahmen der Europawahl.